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"Ich hatte Albträume" - Warum Melinda French Gates (57) nach 27 Jahren Ehe die Scheidung wollte

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Von Euronews
Melinda Gates mit ihrem Buch 2019
Melinda Gates mit ihrem Buch 2019   -   Copyright  Elaine Thompson/Copyright 2019 The Associated Press. All rights reserved   -  

In einem Interview mit dem US-Sender CBS hat Melinda French Gates erstmals genauer erklärt, warum sie sich nach 27 Jahren vom Vater der gemeinsamen drei Kinder Bill Gates scheiden lassen wollte. Die Ankündigung hatte im Mai 2021 für Erstaunen gesorgt.

Es gab Berichte, dass der Milliardär während seiner Ehe mehrere Liebesaffären gehabt haben soll - auch als seine Frau die Scheidung einreichte. Dazu sagt Melinda French Gates, "das sind Fragen, die Bill beantworten muss".  

Sie versuche aber weiterhin, für die gemeinsame Stiftung mit ihrem Ex-Mann zusammenzuarbeiten.

Offenbar gab es aber einen entscheidenden Moment, den die Unternehmerin als "abscheulich" beschreibt - nämlich den, als sie dem verurteilten Sexualverbrecher Jeffrey Epstein begegnete. Der Geschäftsmann hat sich im August 2019 im Gefängnis in New York das Leben genommen - und er war offenbar ein guter Bekannter von Bill Gates.

Ich habe es in der Sekunde bereut, in der ich zur Tür hereinkam. Er war abscheulich. Er war das personifizierte Böse. Ich hatte danach Albträume davon.
Melinda French Gates

Melinda French Gates erklärt in dem Interview mit CBS, sie habe dann beschlossen, Jeffrey Epstein persönlich kennenlernen zu wollen. Doch das bereut sie zutiefst.

"Ich habe es in der Sekunde bereut, in der ich zur Tür hereinkam. Er war abscheulich. Er war das personifizierte Böse. Ich hatte danach Albträume davon. Es bricht mir das Herz für diese jungen Frauen, denn so habe ich mich auch gefühlt, und jetzt bin ich ja schon älter. Mein Gott, ich fühle mich schrecklich für diese jungen Frauen. Es war furchtbar", sagte French Gates.

Zur Beziehung von Bill Gates zu Jeffrey Epstein wollte sie sich nicht äußern. 

Melinda French Gates sagte, sie ihrem damaligen Mann zu verstehen gegeben, dass sie dagegen sei, dass er sich mit Jeffrey Epstein trifft. 

Nach dem Selbstmord Epsteins und einer außergerichtlichen Einigung von Prinz Andrew mit einer Klägerin, die ihm zuvor Vergewaltigung vorwarf, ist nur Ghislaine Maxwell wegen des Missbrauchs-Skandals verurteilt worden. Das Strafmaß wird noch bestimmt.

Melinda French Gates habe Epstein nur getroffen, weil sie "sehen wollte, wer dieser Mann war". Sie hat 2019 ein Buch mit dem Titel "The Moment of Lift" - auf Deutsch: "Wir sind viele, wir sind eins: Wenn wir die Rechte der Frauen stärken, verändern wir die Welt" - veröffentlicht, in dem die ehemalige Microsoft-Tech-Geschäftsführerin, die MeToo-Bewegung unterstützt.

In einer Mitteilung erklärte Bill Gates, dass er "den Schmerz, den ich Melinda und unserer Familie zugefügt habe, immer bedauern werde. Ich bewundere Melinda und alles, was sie tut, um das Leben von Frauen und Mädchen auf der ganzen Welt zu verbessern, und ich bin dankbar für die Arbeit, die wir weiterhin gemeinsam in unserer Stiftung leisten."