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Ukrainische Kriegsflüchtlinge kommen nach Berlin und Wien

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Von Verena Schad
Ukrainische Kinder am Berliner Hauptbahnhof
Ukrainische Kinder am Berliner Hauptbahnhof   -   Copyright  Paul Zinken/(c) Copyright 2022, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Der Strom von Kriegsflüchtlingen aus der Ukraine in europäische Staaten hält an. Die von Russland gewährten humanitären Sicherheitskorridore dienen nicht nur der Rettung der ukrainischen Zivilbevölkerung, sondern vor allem auch ihrer geordneten Vertreibung.

Seit dem Beginn des Kriegs in der Ukraine sind mindestens anderthalb Millionen Menschen aus dem Land geflohen. Die meisten nach Polen. Immer mehr reisen auch nach Deutschland und Österreich weiter, Berlin und Wien gehören zu den ersten Anlaufstellen. 

Tausende kommen täglich an den Hauptbahnhöfen an, die Lautsprecherdurchsagen ertönen auf englisch,  ukrainisch, russisch. Die Aufnahmestrukturen in Berlin sind laut Berliner Flüchtlingsrat mittlerweile "total überlastet". Der Bund lässt die Geflüchteten mit Bussen in andere Bundesländer bringen - außer nach Hamburg und Bayern, dort seien bereits viele Geflüchtete eigenständig angekommen. 

Am Berliner Hauptbahnhof sind es hauptsächlich Freiwillige in gelben und roten Westen, die die Geflüchteten versorgen. "Ich kann nicht mehr schlafen seit der Krieg begonnen hat und ich möchte Selenskyj und Klitschko helfen", sagt einer der Helfer. 

"Es ist dieses Gefühl der Hilflosigkeit, zuzusehen, wie die Menschen in Grund und Boden gebombt werden und niemand hilft wirklich", sagt ein anderer Mann. Seine ältere Begleiterin fügt hinzu: "Wissen Sie, meine Familie ist im Holocaust ermordet worden, ich bin Jüdin. Und das gleiche wiederholt sich jetzt. Ich finde es unmöglich, dass sowas heutzutage passiert."

Dasha ist eine der Geflüchteten, die die Hilfe am Bahnhof in Anspruch nimmt: "Wir wollen eigentlich in unserem Land leben, mit unseren Freunden und unserer Familie. Aber die Menschen sind freundlich, sie helfen uns. Mit viel Kleidung, Essen und Wasser."

In Österreich sind nach Angaben des Innenministeriums allein am Sonntag rund 7.000 Menschen aus der Ukraine eingereist, die meisten mit dem Auto oder mit dem Zug. Am Hauptbahnhof stehen Notschlafstellen zur Verfügung.