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Surreal? Schröder trifft Putin in Moskau - Ehefrau im Kempinski

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Von Euronews  mit dpa
Gerhard Schröder in Russland - ARCHIV
Gerhard Schröder in Russland - ARCHIV   -   Copyright  Vladimir Smirnov/TASS   -  

Der deutsche Ex-Kanzler Gerhard Schröder ist mit seiner Ehefrau - laut Medienberichten über Istanbul - nach Moskau gereist, um im Ukraine-Krieg zu vermitteln. Offenbar hat der 77-jährige SPD-Politiker Russlands Präsidenten Wladimir Putin (69) am Donnerstagabend getroffen. Die beiden verbindet eine langjährige "Männerfreundschaft". Ob und wann ein zweites Gespräch zwischen dem Ex-Kanzler und dem russischen Staatschef stattfindet, war zunächst nicht bekannt.

Kreml-Sprecher Dmitry Peskow wollte die Begegnung von Gerhard Schröder mit dem russischen Präsidenten am Freitagmittag nicht bestätigen. Auf das Treffen angesprochen sagte Peskow, er habe keine Informationen darüber.

Der Vermittlungsversuch war offenbar nicht mit der deutschen Regierung und auch nicht mit der SPD abgestimmt. Das einzige Foto von Schröders Moskau-Besuch hat seine Ehefrau Soyeon Schröder Kim auf Instagram veröffentlicht. Die 54-Jährige ist mit gefalteten Händen an einem Fenster zu sehen - im Hintergrund der Kreml.

Auf Twitter finden das einige Beobachter "surreal" oder "bizarr".

Wie BILD herausgefunden hat, ist das Foto vom Hotel Kempinski in Moskau aus aufgenommen worden.

Ob die Begegnung zwischen Schröder und Putin tatsächlich im Kreml stattgefunden hat, ist nicht belegt. In den vergangenen Wochen hatte sich der russische Präsident in seiner Residenz in Nowo-Ogarjowo - etwa 30 Kilometer vom Moskauer Stadtzentrum entfernt - aufgehalten.

Gerhard Schröder hat mehrere hochdotierte Aufsichtsratsposten in russischen Energiekonzernen. Deshalb war der Altkanzler nach dem Einmarsch Russlands in die Ukraine Ende Februar auch in seiner eigenen Partei immer stärker in die Kritik geraten. Der Altkanzler sitzt in den Verwaltungsräten der Nord-Stream-Pipelines 1 und 2 sowie im Aufsichtsrat des Ölkonzerns Rosneft.

"Alles was hilft gerade, um diesen furchtbaren Krieg zu beenden, ist ja willkommen."
Lars Klingbeil
SPD-Vorsitzender und ehemaliger enger Mitarbeiter von Gerhard Schröder

Jetzt sagte SPD-Chef Lars Klingbeil zu Schröders Reise zu Putin im ZDF: "Alles was hilft gerade, um diesen furchtbaren Krieg zu beenden, ist ja willkommen." Zuvor hatten Parteigenoss:innen versucht, den Altkanzler davon zu überzeugen, sich von Wladimir Putin zu distanzieren.

Der deutsche Bundeskanzler Olaf Scholz hatte Gerhard Schröder dazu aufgerufen, seine Posten bei russischen Gaskonzernen niederzulegen.

Treffen offenbar über Ringier-Chef Walder eingefädelt

Offenbar hatten ukrainische Kontakte Gerhard Schröder gebeten, in Russlands Krieg in der Ukraine zu vermitteln. Laut Kress.news hat hat Marc Walder, Chef des Schweizer Medienunternehmens Ringier, dabei eine entscheidende Rolle gespielt. Schröder war seit 2006 für Ringier tätig. Zu dem Konzern gehören die Schweizer Zeitungen Blick und Le Temps, die Schweizer Illustrierte sowie diverse Online-Medien. In der vergangenen Woche hatte Ringier aber die Beratertätigkeit von Gerhard Schröder für das Unternehmen aus Eis gelegt.