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Massenankünfte in Berlin: "Schon bei 100 Flüchtlingen völlig überfordert"

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Von Euronews mit AFP, dpa
Massenankünfte in Berlin: "Schon bei 100 Flüchtlingen völlig überfordert"
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Vor allem die deutsche Hauptstadt ist Ziel von Flüchtlingen aus der Ukraine. Viele betreten nach tage- oder sogar wochenlangem Martyrium vermeintlich sicheren Boden. Am Berliner Hauptbahnhof ist die Orientierungslosigkeit der Menschen bereits von Kriminellen ausgenutzt worden.

Freiwillige Helferinnen und Helfer in Berlin werden nach Senatsangaben täglich mit 10000 Neuankömmlingen konfrontiert.

Einer der Helfer, Jörn, äußerte sich im Hauptbahnhof zu den Zuständen: "Tatsächlich kriegt man in Berlin mit, dass es eskaliert, dass nicht alles so im Griff ist wie es wirken könnte. Wir arbeiten hier mit hundert Freiwilligen am Tag und mindestens 30 in der Nacht. Ohne die würde das hier nicht funktionieren."

Katja Gräbert arbeitet als Projekt-Koordinatorin im Berliner Hauptbahnhof und räumte Missstände ein: "Wir hatten das ja vorher komplett privat organisiert. Da war das alles möglich. Da war das überhaupt nicht schlimm. Dadurch dass es aber Vorfälle gab, dass, ja , im Endefefekt muss man es so klar sagen, dass Menschenhändler hierher gekommen sind mit schlechten Intentionen und die Leute zu sich nach Hause oder wo auch immer hingeholt haben, dass es einfach nicht nachvollziehbar ist, wer hier hinkommt und wer nicht."

Bessere Identifizierung freiwilliger Helfer

Als Konsequenz aus den Vorfällen müssen sich Freiwillige Helfer jetzt täglich bei der Projektleitung registrieren und offizielle Westen tragen.

Unionsfraktionschef Friedrich Merz kritisierte, die in Deutschland eintreffenden Menschen seien ohne jede Unterstützung und ohne jede Hilfe des Bundes.

Merz sparte auch nicht mit Kritik an der Stadt Berlin: "Die sind schon bei 100 Flüchtlingen völlig überfordert. Bei 100 000 bricht in Berlin alles zusammen."

Abhilfe verspricht sich die Hauptstadt unter anderem durch helfende Hände der Bundeswehr am ehemaligen Flughafen Tegel und im neuen Ankunftzentrum in Reinickendorf.

Offiziell hat das Bundesinnenministerium bislang 175 000 Geflüchtete aus der Ukraine in Deutschland registriert. Ihre tatsächliche Zahl dürfte deutlich höher liegen. Insgesamt sind bereits über drei Millionen Zivilisten aus der Ukraine geflohen.