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"Das war nicht zu ertragen": Menschen fliehen vor den Bomben

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Von Euronews  mit dpa
Kinder müssen aus der Ukraine flüchten
Kinder müssen aus der Ukraine flüchten   -   Copyright  Czarek Sokolowski/AP Photo   -  

Immer mehr Menschen in der Ukraine fliehen vor den russischen Angriffen. Viele Bewohner der belagerten Hafenstadt Mariupol kommen erleichtert und erschöpft in Lwiw an.

Der Bürgermeister der westukrainischen Stadt, Andrij Sadowyj, beschwerte sich über mangelnde Notfallpläne von internationalen Hilfsorganisationen. Hunderttausende Flüchtlinge seien in der Region Lwiw untergekommen, die Kapazitäten seien erschöpft. Das Rot-Kreuz-Komitee und das UN-Flüchtlingshilfswerk teilten mit, man tue alles Mögliche und arbeite mit lokalen behörden zusammen, um Aufnahmeplätze zu schaffen.

Rund 1600 Menschen sind aus dem Dorf Bobryk nach Brovary, östlich von Kiew, geflohen. Mehr als 800 Kinder haben die beschwerliche Reise mitgemacht. Serhiy wohnte in Bobryk, bis die russischen Bomben kamen. Er sagt, dass "diese Besatzer jetzt dort sind, als ob es ihr Zuhause wäre. Das war nicht zu ertragen. Wir konnten nicht kochen, es gab kein Wasser und keinen Strom. Das war natürlich sehr hart. Wir saßen eine Woche lang so da."

Vadim Ghirda/Copyright 2022 The Associated Press. All rights reserved.
Flüchtlinge werden in Brovary von der Polizei kontrolliertVadim Ghirda/Copyright 2022 The Associated Press. All rights reserved.

Nach Angaben drer UN-Menschenrechtskommission sind 3,38 Millionen Menschen aus der Ukraine geflohen. Die meisten nach Polen, Rumänien oder Moldawien. In Polen sind nach UN-Angaben seit dem Beginn des Kriegs in der Ukraine mehr als zwei Millionen Flüchtlinge aus dem Nachbarland eingetroffen. Es gibt derzeit keine offiziellen Angaben dazu, wie viele der Kriegsflüchtlinge in Polen geblieben und wie viele bereits in andere EU-Staaten weitergereist sind.

Die Ukraine - flächenmäßig das größte Land in Europa - hatte vor Beginn des russischen Angriffs mehr als 44 Millionen Einwohner. Polen und die Ukraine verbindet eine mehr als 500 Kilometer lange Staatsgrenze.

In Deutschland sind 218.301 Ukrainerinnen und Ukrainer registriert worden. Da es im Regelfall keine festen Grenzkontrollen an den EU-Binnengrenzen gibt, werden nicht alle Kriegsflüchtlinge erfasst. Die tatsächliche Zahl der Menschen aus der Ukraine, die in Deutschland angekommen ist, dürfte daher höher sein.

Auf dem vor kurzem geschlossenen Flughafen Berlin-Tegel wurde ein Zentrum für Geflüchtete aus der Ukraine eröffnet.

Die Verteilung der Kriegsflüchtlinge funktioniert aus Sicht des Deutschen Städtetages noch immer nicht richtig. Städte, die zuletzt nach dem russischen Angriff sehr viele Flüchtlinge aus der Ukraine aufgenommen hätten, brauchten dringend Entlastung, sagte Hauptgeschäftsführer Helmut Dedy der dpa. Dies sei nur zu erreichen durch eine "wirksame Steuerung", die bisher fehle.