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"Artikel 5 ist heilige Verpflichtung": Joe Biden versichert Polen Nato-Bündnistreue

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Von Euronews  mit dpa
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Delegationen der Ukraine und der USA bei einem Treffen in Polen
Delegationen der Ukraine und der USA bei einem Treffen in Polen   -   Copyright  Evan Vucci/AP Photo

Polens Präsident Andrzej Duda hat seinen amerikanischen Kollegen Joe Biden angesichts des Kriegs in der Ukraine im Warschauer Präsidentenpalast empfangen. Eine Militärkapelle spielte am Samstagmittag unter anderem die amerikanische und polnische Nationalhymne. Es ist der zweite Tag von Bidens Polen-Reise, die ganz im Zeichen des Ukraine-Kriegs steht.

Der US-Präsident sicherte Warschau angesichts des russischen Angriffskriegs in der Ukraine die Bündnistreue der Nato zu. "Wir betrachten Artikel 5 als eine heilige Verpflichtung, und darauf können Sie sich verlassen", sagte Biden am Samstag.

Vor seinem Treffen mit Duda hatte sich Biden auch mit dem ukrainischen Außenminister Dmytro Kuleba und Verteidigungsminister Olexij Resnikow beraten. Diese hatten sich in Warschau mit ihren jeweiligen US-Amtskollegen getroffen - Biden nahm etwa 40 Minuten an dem Treffen teil.

Eine Teilnahme Bidens an Gesprächen auf Ministerebene ist ungewöhnlich - und ließ darauf schließen, dass Biden damit eine Botschaft der Solidarität für die Ukraine senden wollte.

Der 79-Jährige bedankte sich bei Polen für die Aufnahme der Geflüchteten aus der Ukraine. "Wir erkennen an, dass Polen eine große Verantwortung übernimmt, die meiner Meinung nach nicht nur Polen betreffen sollte. Es sollte die Verantwortung der ganzen Welt, der ganzen NATO sein", sagte der US-Präsident. Die US-Regierung kündigte zuletzt an, bis zu 100 000 Ukrainer aufnehmen zu wollen.

Knapp 2,27 Millionen Menschen aus der Ukraine sind bislang nach Polen eingereist. Es gibt derzeit keine offiziellen Angaben dazu, wie viele von ihnen in Polen geblieben und wie viele bereits in andere Staaten weitergereist sind.

Am Samstagnachmittag besuchte Biden das Warschauer Nationalstadion, um sich einen Eindruck von dem Hilfseinsatz für Geflüchtete zu verschaffen und selbst mit Ukrainern zu sprechen. Videos zeigten den US-Präsidenten im Gespräch mit Flüchtlingen.

Dabei hielt er zum Beispiel ein Kind länger im Arm, einer Frau legte er tröstend seine Hände auf ihre Schultern. Er habe mit mehreren Kindern gesprochen, die ihn gebeten hätten, für ihre Väter, Großväter oder Brüder zu beten, die in der Ukraine kämpften, sagte Biden im Anschluss.