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Frühling im Krieg: Was passiert mit der Ernte in der Ukraine?

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Von euronews
Frühling im Krieg: Was passiert mit der Ernte in der Ukraine?
Copyright  Vitaly Timkiv/AP   -  

Jahreszeiten kennen keinen Krieg: Auch in der Ukraine beginnt der Frühling. In Bahate in der Oblast Odessa in der Nähe der rumänischen Grenze beginnen die Landwirte mit der Aussaat von Sonnenblumen, das Land ist der weltweit größte Produzent von Sonnenblumenkernen und einer der wichtigsten Getreideexporteure der Welt. "Wir bauen Weizen, Gerste, Sonnenblumen und Erbsen an", so der Landwirt Alexander Petkov. "Das ist nur eine kleine Auswahl der Früchte, die hier wegen der klimatischen Bedingungen des Südens wachsen.

Bisher wird in diesem Teil der Ukraine nicht gekämpft, trotzdem beeinträchtigt der Krieg die Produktion. Benzin wird knapp und der Export ist schwieriger geworden, weil die russische Marine ukrainische Häfen am Schwarzmeer blockiert. Die Bauern sind in Habachtstellung und halten im bewaffnet Nachtwache, um ihre Dörfer gegebenenfalls zu verteidigen.

Ukrainischer Landwirt: Sind vor Hunger sicher

Wenn der Export nicht mehr möglich sein sollte, werde man die Überproduktion einstellen, so Petkov, denn die Landwirte könnten dann nicht mehr bezahlt werden. Er mache sich aber keine Sorgen darüber, dass die Ukraine hungern werde. Man könne genug anbauen, um das sicherzustellen.

Weltweit werden jedoch massive Auswirkungen befürchtet, weil auch Russland angekündigt hat, die Getreideausfuhr einzuschränken. Knappheit bei Saatgut, steigende Dünger- und Energiepreise führen bei Bauern in der EU zu erhöhten Produktions- und damit für VerbraucherInnen zu höheren Lebensmittelkosten.

Richtig schlimm könnte die Lage für ärmere Länder in Afrika und Asien werden, die ihr Getreide größtenteils aus Russland und der Ukraine importieren. UN-Generalsekretär Antonio Guterres zufolge importieren 45 afrikanische Länder und die am wenigsten entwickelten Länder der Welt mindestens ein Drittel ihres Weizens aus der Ukraine und Russland. 18 dieser Länder decken ihren Weizenbedarf sogar zur Hälfte mit ukrainischen und russischen Importen. Er warnte vor einem "Hurrikan des Hungers".