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Kreml kritisiert Ausweisung russischer Diplomaten als "kurzsichtig"

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Von Euronews  mit dpa
EU-Länder weisen russische Diplomaten aus.
EU-Länder weisen russische Diplomaten aus.   -   Copyright  Fotograma AFP   -  

Der Kreml hat die massenhaften Ausweisungen russischer Diplomaten aus westlichen Ländern als "kurzsichtig" kritisiert. "Die Beschränkung der Möglichkeiten für diplomatische Kommunikation und diplomatische Arbeit unter solch beispiellos schwierigen und krisenhaften Bedingungen ist ein kurzsichtiger Schritt", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow. Zugleich kündigte er russische Gegenmaßnahmen an.

Die Bundesregierung hatte am Montag 40 russische Diplomaten zu in Deutschland «unerwünschten Personen» erklärt. Sie begründete das damit, dass diese "jeden Tag gegen unsere Freiheit, gegen den Zusammenhalt unserer Gesellschaft" gearbeitet hätten. Auch andere europäische Länder - darunter Frankreich, Italien und Spanien - wiesen zahlreiche Russen aus.

Kremlsprecher Peskow äußerte sich zudem erneut zu dem Fund Hunderter Leichen in der ukrainischen Kleinstadt Butscha und sprach von einer "monströsen Fälschung" durch die ukrainische Seite. "Wir bestehen darauf, dass jegliche Anschuldigungen gegen die russische Seite, gegen russische Soldaten nicht nur einfach grundlos sind, sondern eine gut inszenierte Show", sagte er. Belege dafür nannte er nicht.

Nach dem Abzug der russischen Truppen waren in der Kleinstadt in den vergangenen Tagen mindestens 330 Todesopfer entdeckt worden. Die Ukraine geht davon aus, dass russische Truppen die Zivilisten ermordet haben. Sie will die Verbrechen gemeinsam mit der EU und dem Internationalen Strafgerichtshof aufklären lassen.

Kremlsprecher Peskow deutete nun an, dass Russland an unabhängigen Ermittlungen zweifele. Er sagte: "Hier muss man bedenken, inwieweit jetzt eine wirklich unparteiische, neutrale, unvoreingenommene Untersuchung möglich ist." Russland zweifelt immer wieder an Ergebnissen von Untersuchungen, an denen es nicht selbst beteiligt ist.

Estland und Lettland schließen russische Generalkonsulate

Estland und Lettland haben in einer Reaktion auf die Gräueltaten im ukrainischen Butscha die Schließung der russischen Generalkonsulate in den beiden baltischen EU- und Nato-Staaten verfügt. Die Regierung in Tallinn ordnete an, dass die Vertretungen des großen Nachbarlandes in Narva und Tartu schließen müssen. In Lettland müssen auf Anweisung der Regierung die russischen Konsulate in Daugavpils und Liepaja dichtmachen.

Durch die Schließungen müssen in beiden Länder ein gutes Dutzend russische Diplomaten und Mitarbeiter zurück in ihre Heimat: Estland erklärte 14 Personen zu unerwünschten Personen, Lettland wies 13 Personen aus - sie müssen das jeweilige EU-Land bis zum 30. April verlassen. Darüber seien die russischen Botschafter in Tallinn und Riga jeweils durch das Außenministerium informiert wurde, hieß es.

Estland und Lettland folgen damit dem dritten Baltenstaat Litauen, der am Montag bereits die Schließung des russischen Konsulats verfügt hatte. Die Regierung in Vilnius wies zudem Russlands Botschafter aus.

Estland und Lettland grenzen im Osten an Russland. In den beiden Baltenstaaten leben größere russische Minderheiten.