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Nach russischem Truppenabzug: Fieberhafte Suche nach Überlebenden

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Von Euronews mit AP, dpa
Suche nach Überlebenden in der Ukraine
Suche nach Überlebenden in der Ukraine   -   Copyright  AP Photo/Vadim Ghirda   -  

In der weitgehend zerstörten Stadt Borodjanka rund 75 Kilometer nordwestlich von Kiew wird nach dem Abzug der russischen Truppen pausenlos nach Verschütteten gesucht. Gleichzeitig kommen viele Menschen zu ihren früheren Wohnungen zurück, um nach Überresten ihres Hausstandes zu suchen. Wie viele der früher rund 12.000 Einwohnerinnen und Einwohner die russische Belagerung überlebt haben, ist ungewiss.

Viele Überlebende haben Angehörige verloren, so auch die 77-jährige Maria Vaselenko:_ "Meine Kinder haben 36 Tage unter den Trümmern gelebt. Meine Tochter und ihr Ehemann sind tot. Sie sind nicht mehr da. Ich bin allei mit meinen Enkeln, die jetzt Waisen sind."_

Das Zentrum von Borodjanka gleicht einer Geisterstadt. Überlebende sind oft orientierungslos. In ihrer Not improvisieren sie Kochstellen, die mit Holz von zurückgelassenen Munitionskisten befeuert werden. Viele bleiben dort, weil sie nicht wissen, wohin.

Suppenküche in Butscha

Im Kiewer Vorort Budscha, wie Borodjanka ein Schauplatz mutrmaßlicher Kriegsverbrechen der russischen Armee, stehen Menschen Schlange für eine warme Mahlzeit, gestiftet von einer Kirchengemeinde.

Auch hier sind es überwiegend ältere, kranke oder alleinstehende Menschen, die wochenlang in provisorischen Schutzräumen ausgeharrt haben.

Vorbereitungen auf russische Offensive

In den östlichen Landesteilen bereitet sich die ukrainische Armee auf die befürchtete Großoffensive des russischen Militärs vor.

Gleichzeitig gehen die Kampfhandlungen weiter. Nach eigenen Angaben haben ukrainische Kräfte am Samstag unter anderem 80 russische Soldaten getötet sowie drei Panzer und je ein Flugzeug und einen Hubschrauber zerstört. Durch russischen Raketenbeschuss in den Regionen Donezk und Charkiw seien mehrere Zivilisten gestötet worden.

Flucht aus Kramatorsk

Nach dem verheerenden Raketenbeschuss des Bahnhofs von Kramatorsk mit mindestens 50 überwiegend zivilen Todesopfern versuchen Menschen, mit Kleinbussen die Stadt zu verlassen.

Die freiwillligen Fahrer stimmen sich mit dem ukrainischen Militär ab, um die am wenigsten gefährlichen Strecken in Richtung Westen auszuwählen.

700.000 Menschen nach Russland gebracht

Russische Panzer patrouillieren durch die seit Wochen besonders hart umkämpfte Hafenstadt Mariupol. Diese Aufnahmen einer amerikanischen Nachrichtenagentur wurden von den dort aktiven prorussischen Separatisten zugelassen.

Das russische Verteidigungsministerium erklärte, aus Mariupol seien seit Anfang März 134.000 Menschen gerettet worden. Insgesamt habe man 700.000 Menschen aus der Ukraine nach Russland evakuiert. Weder die ukrainischen noch die russischen Angaben sind überprüfbar.