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Kosovo und Serbien streiten um Autokennzeichen

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Von Euronews
Autokennzeichen
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Im Streit um Autokennzeichen zwischen Kosovo und Serbien könnte sich der Konflikt wieder verschärfen. Die beiden Westbalkanstaaten erkennen jeweils die Nummernschilder des anderen nicht an- das Problem sind die Embleme.

Übergangslösung: Aufkleber auf Emblemen

Nachdem der Streit im vergangen Jahr eskalierte, wurde eine vorübergehende Lösung gefunden: die problematischen Flaggen wurden bei Grenzübertritt mit Aufklebern bedeckt - doch diese Übergangslösung läuft nun aus.

Eine Arbeitsgruppe mit Beteiligung der EU, Serbiens und des Kosovo sollte binnen sechs Monaten eine dauerhafte Lösung erarbeiten."Aufkleber sind keine dauerhafte Lösung und entsprechen auch nicht den europäischen Standards, wir müssen also eine Lösung finden", so der Leiter der EU- Abordnung aus dem Kosovo Besnik Bisljimi.

Militärische Eskalation konnte gerade noch verhindert werden

Im vergangenen September eskalierte der Streit derart, dass Belgrad vier Panzerfahrzeuge an die Grenze verlegte und Kampfjets hat auffliegen lassen. Die Regierung des Kosovo ließ Polizeieinheiten in serbischen Siedlungsgebieten aufziehen. Nur durch Vermittlung der EU und die Aufkleber-Übergangslösung konnte eine militärische Eskalation zwischen Serbien und dem Kosovo verhindert werden.

Im Kern geht es um die Unabhängigkeit des Kosovo

Denn auch wenn der Anlass für den Streit zwischen den Nachbarstaaten reichlich banal scheint: im Kern geht es bei dem Konflikt um die Unabhängigkeit des Kosovo, die Serbien auf keinen Fall anerkennen will. Deshalb wird jedes Symbol dieser Unabhängigkeit, etwa auch KFZ-Kennzeichen, bekämpft.

Autos aus dem Kosovo mussten bereits jahrelang bei der Einreise nach Serbien mit provisorischen Kennzeichen ausgestattet werden.

Eine Lösung zu finden ist gar nicht so einfach, denn bei der Frage nach der Unabhängigkeit des Kosovo ist selbst die EU gespalten. 21 Mitgliedsstaaten, darunter auch Deutschland, haben das Kosovo als unabhängigen Staat anerkannt.

Nicht jedoch Spanien, Griechenland, Zypern, die Slowakei und Rumänien - sie wollen den Autonomiebestrebungen von Minderheiten in ihren eigenen Ländern, etwa der Katalanen in Spanien keinen Auftrieb geben.