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Wahlkampf in Frankreich: Macron und Le Pen kämpfen im Endspurt

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Von Euronews  mit afp
Wahlkampfveranstaltung in Frankreich
Wahlkampfveranstaltung in Frankreich   -   Copyright  Christophe Ena/Copyright 2022 The Associated Press. All rights reserved.   -  

Endspurt vor der Stichwahl am Sonntag: Für Frankreichs liberalen Präsidenten Emmanuel Macron und seine Herausforderin aus dem rechten Lager, Marine Le Pen, war es der letzte Wahlkampftag. 

Macron erinnerte die Wähler:innen noch einmal daran, dass Le Pen den "französischen Rechtsextremismus" vertrete. Die jüngste TV-Debatte mit Le Pen habe klar gezeigt, dass es sich hier um "französischen Rechtsextremismus" handele, sagte Macron am Freitag im Sender France Inter. 

Nach dem TV-Duell der beiden Kontrahenten wurde Macron von einigen Journalisten vorgeworfen, er habe Le Pen eine bürgerliche Bühne geboten indem er ihre politische Haltung nicht klar genug kritisiert habe. 

An seinem letzten Wahlkampftag war Macron im Süden des Landes unterwegs, unter anderem Figeac. Auch dort brachte er dasselbe Thema auf. "Wie Sie sehen, kann ich eine Rede halten, ohne eine einzige hasserfüllte Bemerkung zu machen, weder über unsere politischen Gegner, noch über irgendeinen Teil des Landes", so Marcon vor Wähler:innen. 

"Und ich finde es großartig, dass wir sozusagen Lehrmeister des Wohlwollens oder des Respekts haben, nämlich die die täglich Hass und Spaltung im Land verbreiten."

Marine Le Pen warf Macron wiederum vor, er beleidige Millionen Wähler:innen ihrer Partei, des Ressemblement National, als rechtsextrem. Le Pen hat sich schon länger und besonders in diesem Wahlkampf bemüht, das Image ihrer Partei zu entschärfen, was bei einem Teil der Wählerschaft Früchte zu tragen scheint: Analysten erwarten ein knappes Rennen.

"Emmanuel Macron hat in dieser zweiten Runde erneut versucht, zu spalten und ist erneut in Übertreibung, Aggressivität und Bosheit verfallen", sagte Le Pen auf ihrer Wahlkampfttour am Freitag in der nördlichen Kanalstadt Etaples. 

"Indem er mich angreift, greift er in Wirklichkeit auch Millionen Menschen an, die mich gwählt haben. Das ist ein Merkmal seines Charakters, dieses Merkmal wird sich verschlimmern, wenn Emmanuel Macron wiedergewählt wird, daran muss jeder Franzose denken."

Beide Präsidentschaftskandidaten hoffen, Millionen unentschlossee Wähler:innen zu mobilisieren. Analysten gehen von 25 bis 30 Prozent Nichtwählern aus.

Ab Mitternacht darf keiner der beiden Kandidaten mehr Interviews geben, Flugblätter verteilen oder Wahlkampfveranstaltungen abhalten, bis am Sonntag um 20.00 Uhr die ersten Schätzungen der Ergebnisse eintreffen. Die Veröffentlichung von Meinungsumfragen ist ebenfalls verboten.

Im Falle eines Sieges wäre Macron der erste französische Präsident, der die Wiederwahl gewinnt, seit Jacques Chirac im Jahr 2002, als Marine Le Pens Vater Jean-Marie das politische Establishment erschütterte, indem er die zweite Runde der Stichwahl erreichte.

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