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Angriff auf Kiew während UN-Generalsekretär Guterres in der Stadt ist

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Von Louise Miner
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In Sicherheit, aber geschockt: Der Generalsekretär der Vereinten Nationen und sein Team waren entsetzt, das Kiew während ihres Besuches durch Russland beschossen worden ist. Es waren die ersten Angriffe auf Kiew seit zwei Wochen. Insgesamt fünf Raketen wurden laut Wolodymyr Selenskiy auf die Hauptstadt abgefeuert, was die ukrainische Regierung einen "abscheulichen Akt der Barbarei" nannte. Mindestens eine Person wurde getötet und mehrere verletzt. 

"Demütigung der UN"

Der Angriff passierte kurz nach einer Pressekonferenz des ukrainischen Präsidenten und Antonio Guterres. Wolodymyr Selenskyj warf der russischen Regierung vor, die UN "demütigen" zu wollen. 

Antonio Guterres, Generalsekretär der Vereinten Nationen 

"Es ist nicht wichtig, ob der Generalsekretär in der Hauptstadt der Ukraine ist oder nicht. Wichtig ist, dass ein Angriff stattfand, und das hat mich schockiert, denn Kiew ist sowohl für die Ukrainer als auch für die Russen eine heilige Stadt. Diese Stadt mit ihrer außergewöhnlichen Schönheit, ihrer großen historischen Bedeutung und dem historischen und kulturellen Erbe, dass sie repräsentiert, das sie angegriffen wird. Das hat mich natürlich schockiert."

Odessa unter Beschuss

Auch die südukrainische Hafenstadt Odessa ist am Donnerstagabend unter Raketenbeschuss geraten. Dabei habe die Luftabwehr drei russische Raketen abgeschossen, soder örtliche Militärvertreter Maxim Martschenko. Zuvor sei bereits eine russische Aufklärungsdrohne zerstört worden. In der Stadt seien am Abend jedoch mehrere Explosionen zu hören gewesen, berichtete unter anderem die "Ukrajinska Prawda". 

Biden will Ukraine-Hilfe mehr als verdoppeln

US-Präsident Joe Biden hat den Kongress um mehr als 31 Milliarden Euro zur Unterstützung der Ukraine gebeten, das Budget würde sich verdoppeln. Die Summe setzt sich zusammen aus 20 Milliarden Dollar Militärhilfe für die Ukraine und für Nachbarländer. 8,5 Milliarden Dollar sind Wirtschaftshilfe, 3 Milliarden Dollar sollen in Nahrungsmittel und humanitäre Programme gehen. 

euronews-Korrespondentin Galina Polonskaja berichtet aus Moskau:

Lawrow und die Atomkriegsdrohung

Die russische Regierung hat erklärt, dass Behauptungen über eine nukleare Bedrohung aus Russland völlig falsch seien. Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Zacharova, schrieb auf Telegram, dass das Interview von Außenminister Sergej Lawrow im Staatsfernsehen falsch interpretiert worden sei und betonte, dass Russland in der Vergangenheit alles getan habe, um Risiken zu vermeiden, und den Gedanken an einen Atomkrieg nicht zulassen könne.

Russische Staatsmedien: "Polen will die Westukraine kontrollieren"

Unterdessen berichteten russische Staatsmedien, dass der Leiter des russischen Auslandsgeheimdienstes, Sergej Naryschkin, die USA und Polen beschuldigt hat, ein Komplott zu schmieden, um eine Kontrolle Polens über mehrere Teilen der Westukraine zu installieren.

Der Sprecher des polnischen Sicherheitschefs Stanislav Zharin reagierte darauf auf Twitter. Er bezeichnete die Anschuldigungen als "eine russische Informationsoperation gegen Polen und die USA" und betonte, dass das Ziel darin bestehe, Polen als "Kriegstreiber" darzustellen, der eine Bedrohung für die gesamte NATO und Europa darstelle. Es sei ein Versuch sei, Misstrauen zwischen Kiew und Warschau zu schüren.