Amnesty International: Verbrechen wie in Butscha Teil einer Strategie

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Von euronews
Beerdigung in Butscha
Beerdigung in Butscha   -   Copyright  AP Photo/ Emilio Morenatti   -  

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat einen Bericht zu russischen Kriegsverbrechen in der Umgebung von Kiew veröffentlicht. Eine Delegation sprach in der Region laut eigenen Angaben mit Dutzenden Augenzeugen von Tötungen durch Soldaten und Bombenangriffen auf Wohngebäude. Die Ergebnisse wurden in einem Bericht zusammengefasst, der jetzt in Kiew vorgestellt wurde.

Die Gräueltaten seien Teil einer Strategie, so Amnesty-Chefin Agnès Callamard: "Wir wissen, dass die Verbrechen gegen die Menschen, die in der Umgebung von Kiew leben und über die wir heute berichten, nicht nur Anekdoten sind, Zufälle oder Kollateralschäden. Wir wissen, dass sie Teil eines Musters sind, das die russischen Feindseligkeiten von Beginn an kennzeichnet, ein Muster, das sich wiederholt, in großem Ausmaß und mit verheerenden Auswirkungen."

Die Taten seien vielmehr bewusste Entscheidungen gewesen, so Callamard. Die verübten Verbrechen seien inakzeptabel und unterlägen keiner Logik. Zu den Gründen des Verhaltens der russischen Soldaten meinte dem Bericht zufolge ein Zeuge im Dorf Sdyschiwka: "Sie haben wohl gedacht, dass sie hier herzlich empfangen werden, doch das war nicht der Fall."

Die Menschenrechtsorganisation fordert, dass alle Verantwortlichen inklusive der BefehlshaberInnen, vor Gericht gebracht werden. Die ukrainischen Behörden, der Internationale Strafgerichtshof und weitere müssten dafür sorgen, dass die Beweise gesichert werden.

Die Gebiete nördlich und westlich von Kiew waren knapp einen Monat lang russisch besetzt. Nach dem Abzug der Truppen fanden Journalist:innen in den Straßen liegende Leichen vor. Ukrainischen Angaben zufolge sind im Gebiet Kiew mehr als 1200 Zivilisten getötet worden, davon etwa ein Drittel allein in Butscha.