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Russen in Georgien: Gekommen, um zu bleiben

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Von ANN GHUDUSHAUR
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Tiblissi Airport, Georgien. Um die 50 Flugzeuge landen hier täglich, aber der Krieg in der Ukraine zeigt auch hier seine Wirkung. Die Straßen der Hauptstadt sind voller Besucher aus Belarus und Russland, über 800.000 kamen bereits dieses Jahr. Aber nur die wenigsten sind Touristen, viele sind gekommen, um zu bleiben. 

Viele Buchungen aus dem Westen wurden storniert, oft wurde die Frage gestellt, wie sicher das westlich orientierte Georgien denn sei. 

2008 führte Russland Krieg gegen Georgien, die abtrünnigen Gebiete Abchasien und Südossetien sind besetzt, Russland unterhält dort starke Militärstützpunkte.

Ich habe keine russischen Touristen in Georgien gesehen. Die Russen kommen als Migranten, sie werden lange bleiben.
Shalva Alaverdashvili
Verband der georgischen Hotels und Restaurants

Wer hier länger bleibt, ist im allgemeinen kein Tourist – ein Problem für die Reisebranche.

Kakha Samkurashvili ist Tourismusexperte, er analysiert: _"_Es wird keine Touristen aus der Ukraine und Russland geben. Dann stehen die Volkswirtschaften der postsowjetischen Länder nicht gut da. Die Länder Zentralasiens zum Beispiel - Kasachstan und Usbekistan – sind von Russland abhängig, und von dort kamen viele Touristen.

Die Sicherheitslage in der Region verschlechtert sich, da sagen jetzt viele, die Region sei für sie nicht mehr sicher.
Kakha Samkurashvili
Tourismusexperte

Dahinter stehen Ängste, Russland könnte sich nach der Ukraine Georgien zuwenden, mit einem ähnlichen Drehbuch wie in der Ukraine.

Menschen aus Europa fragen, ob in Georgien auch die Gefahr eines militärischen Konflikts besteht. Sie fragen, wie sicher es ist, hierher zu reisen?
Guja Narimanashvili
Betreibt ein Reiseunternehmen

Mit der Besetzung Abchasiens und Südossetiens hat Russland den Nato-Beitritt Georgiens verhindert. Russische Truppen stehen nur 40 Kilometer von Tiblissi entfernt. 

Die ehemalige georgische Verteidigungsministerin Tinatin Khidasheli analysiert für die Friedrich-Naumann-Stiftung

"Im Zuge der russischen Invasion der Ukraine am 24. Februar 2022 denken immer mehr Politiker, Experten und Analytiker zurück an den Russland-Georgien-Krieg von 2008 und an die damals von der demokratischen Weltgemeinschaft begangenen Fehler sowohl vor dem Ausbruch des Krieges als auch nach Abschluss des Waffenstillstandvertrages. Es stellt sich die Frage, ob Georgien die nächste Station Putins sein wird. Oder noch präziser: Wer wird der Nächste sein?"