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Nordkorea meldet mehr als 232.000 "Fieberpatienten" in 24 Stunden

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Von Euronews  mit AFP, AP, dpa
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Kim Jong Un (Mitte) an einer Sitzung des Politbüros der Regierungspartei in Pjöngjang teil, 17.05.2022
Kim Jong Un (Mitte) an einer Sitzung des Politbüros der Regierungspartei in Pjöngjang teil, 17.05.2022   -   Copyright  朝鮮通信社/KCNA via KNS

In Nordkorea sind innerhalb von 24 Stunden mehr als 232.000 Menschen mit Symptomen von Fieber registriert worden, die Zahl der fieberbedingten Todesfälle in dem 26 Millionen-Einwohner-Land stieg demnach auf 62, wie Staatsmedien unter Berufung auf die Notfallzentrale zur Epidemie-Prävention berichteten.

Machthaber Kim Jong Un hat Hunderte Soldaten der Sanitätseinheit mobilisiert und einen landesweiten Lockdown angeordnet, um eine Ausbreitung von Covid-19 in der Bevölkerung zu verhindern.

Nahezu 3.000 Militärsanitäter beteiligen sich an einem "24-Stunden-Service-System zur Lieferung und Bereitstellung von Medikamenten", so die staatlichen Medien am Mittwoch.

Die Zahl der gemeldeten Fälle von "Fieber" beläuft sich inzwischen auf fast 1,7 Millionen. Mehr als eine Million betroffene Menschen seien wieder genesen, etwa 691.000 befänden sich noch in medizinischer Behandlung.

Auf einer Sitzung des Politbüros der Regierungspartei am Dienstag beklagte Kim die "nicht-positive Haltung, die Nachlässigkeit und die Untätigkeit führender Staatsbeamter". Er rief Regierung und Bevölkerung zur Einheit auf, um den Covid-Ausbruch so schnell wie möglich unter Kontrolle zu bringen.

Die Behörden sollten Lehren aus den Pandemiebekämpfungsmaßnahmen anderer Länder zu ziehen - als Beispiel nannte er China, einen seiner wichtigsten Verbündeten. Allerdings steht der mächtige Nachbar derzeit wegen seiner "Null-Covid-Strategie" unter Druck, da diese beim Management der hochansteckenden Omikron-Variante des Coronavirus nicht länger angemessen sei.

Bei der Sitzung in Pjöngjang ging es vor allem darum, wie die medizinischen Hilfsgüter, die das Land aus seinen Notreserven freigegeben hat, rasch verteilt werden können.

Kim, der erklärte, er spende einen Teil seiner privaten Medikamentenvorräte, um die Kampagne gegen das Virus zu unterstützen, äußerte sich optimistisch, dass das Land den Ausbruch der Krankheit unter Kontrolle bringen könne, da die meisten Übertragungen innerhalb von Gemeinden stattfänden, die voneinander isoliert seien.

Erst am vergangenen Donnerstag hatte Nordkorea Maßnahmen ergriffen, um den Personen- und Warenverkehr zwischen Städten und Bezirken einzuschränken.

Nordkorea hat eines der schlechtesten Gesundheitssysteme der Welt, Covid-Medikamente und die Möglichkeit zur Durchführung von Massentests gibt es - Experten zufolge - nicht.

Erst am 12. Mai hatte das isolierte Land erstmals das Auftreten von Covid-19 im Land bestätigt und zahlreiche Präventivmaßnahmen angekündigt.

Auch die Weltgesundheitsorganisation zeigte sich besorgt über den Ausbruch des Virus in Nordkorea. Das isolierte Land hatte als eines von zwei Ländern auf Impfstoffe aus dem Covax-Programm der Vereinten Nationen verzichtet, folglich sind die rund 26 Millionen Nordkoreaner:innen weitestgehend ungeimpft.