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WMO: 4 von 7 wichtigen Indikatoren für den Klimawandel haben 2021 Rekordwerte erreicht

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Von Euronews  mit dpa
Peeteri Taalas, Generalsekretär der WMO
Peeteri Taalas, Generalsekretär der WMO   -   Copyright  Salvatore di Nolfe/AP   -  

Der an diesem Mittwoch vorgestellte Klimazustandsbericht der Weltwetterorganisation macht erneut deutlich, dass die Zeit für eine Energiewende davon läuft. So waren die vergangenen sieben Jahre die wärmsten seit Messbeginn, am heißesten war es 2016 mit rund 1,3 Grad gegenüber vorindustriellem Niveau (1850-1900).

Einer Prognose der Weltwetterorganisation zufolge könnte die globale Jahres-Durchschnittstemperatur schon bis 2026 zumindest in einem Jahr mehr als 1,5 Grad über dem vorindustriellen Niveau liegen. Die Wahrscheinlichkeit dafür liege bei fast 50 Prozent.

Zudem hält der Bericht fest, dass vier von sieben wichtigen Indikatoren für den Klimawandel 2021 Rekordwerte erreicht haben. Dazu gehören der Anstieg des Meeresspiegels, der Wärmeinhalt der Ozeane, die Versauerung der Meere und die Konzentration von Kohlendioxid in der Atmosphäre.

Lediglich drei Indikatoren der globalen Erwärmung, wie die weltweite Durchschnittstemperatur und die Eismasse von Gletschern und Meereis brachen weltweit keine neuen Rekorde. Die Masse schrumpfte nach Angaben der WMO 2021 weniger als im mehrjährigen Durchschnitt.

António Guterres, Generalsekretär der Vereinten Nationen erklärte:

"Wenn wir gemeinsam handeln, kann die Wende hin zu erneuerbaren Energien das Friedensprojekt des XXI Jahrhunderts sein. Jedes Land, jede Stadt und jeder Bürger, jedes Finanzinstitut, jedes Unternehmen und jede zivilgesellschaftliche Organisation muss eine Rolle spielen. Vor allem aber ist es an der Zeit, dass die Verantwortlichen, ((sowohl im öffentlichen als auch im privaten Bereich,)) aufhören, von erneuerbaren Energien als einem fernen Zukunftsprojekt zu sprechen. Denn ohne erneuerbare Energien kann es keine Zukunft geben. Es ist an der Zeit, den Übergang zu erneuerbaren Energien einzuleiten, bevor es zu spät ist.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat an diesem Mittwoch einen Plan präsentiert, der es den EU-Staaten ermöglichen soll, sich von fossilen Brennstoffen aus Russland zu lösen und die Energiewende zu beschleunigen. 

"Dies wird für unseren europäischen "Grünen Deal" den Turbo zünden", so von der Leyen. Ziel ist es, im Laufe des Jahrzehnts keine Energie mehr von Russland kaufen zu müssen. Von der Leyen schlug vor, das Energiesparziel der EU für 2030 von 9 auf 13 Prozent erhöhen. Zudem schlug sie vor, das Ziel für den Anteil erneuerbarer Energien in der EU bis 2030 von 40 Prozent auf 45 Prozent zu erhöhen.

Um das zu erreichen, will die Kommission unter anderem Genehmigungsverfahren für erneuerbare Energie-Projekte verkürzen, eine Solardachpflicht einführen und mehr klimafreundlichen Wasserstoff importieren. Außerdem soll in Infrastruktur investiert werden - in Stromnetze, aber auch in Gas- und Ölleitungen. Länder wie Ungarn, die besonders von russischem Öl abhängig sind, sollen insgesamt bis zu zwei Milliarden Euro erhalten, um davon loszukommen.

Nach Einschätzung der EU-Kommission muss die EU für den Plan bis 2030 bis zu 300 Milliarden Euro investieren.