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Filmstar Ray Liotta ("Godfellas") mit 67 Jahren gestorben

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Von Euronews  mit AP/DPA
Photo by Evan Agostini/Invision/AP
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Der vor allem für Gangster-Rollen bekannte US-Schauspieler Ray Liotta ist tot. Der "Goodfellas"-Star starb nach Angaben seiner Sprecherin "völlig überraschend" im Schlaf. Liotta wurde 67 Jahre alt. Er habe sich zu Dreharbeiten in der Dominikanischen Republik aufgehalten, teilte Sprecherin Jennifer Allen auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit.

Zu seinen bekanntesten Filmen zählt das Mafia-Epos "Goodfellas" (1990) von Regisseur Martin Scorsese, in dem Liotta an der Seite von Robert De Niro einen Gangster spielte. Er wirkte auch in Filmen wie "Feld der Träume", "Killing Them Softly" und "The Place Beyond the Pines" mit. Im vorigen Jahr war er in dem Mafia-Streifen "The Many Saints of Newark" zu sehen.

Lorraine Bracco, die an seiner Seite in "Goodfellas" spielte, schrieb auf Twitter, sie sei "völlig erschüttert, diese schreckliche Nachricht über ihren Ray zu hören. 

"Ich kann überall auf der Welt sein und die Leute kommen auf mich zu und sagen mir, dass ihr Lieblingsfilm Goodfellas ist. Dann fragen sie mich immer, was das Beste an den Dreharbeiten zu diesem Film war. Meine Antwort ist immer die gleiche: Ray Liotta."

"Er war gefährlich, unberechenbar, witzig und großzügig mit seinem Lob für andere Schauspieler"

Alessandro Nivola, der kürzlich mit Liotta in dem "Sopranos"-Vorläuferfilm "The Many Saints of Newark" auftrat, schrieb: "Ich fühle mich so glücklich, gegen diese Legende in einer seiner letzten Rollen angetreten zu sein. Die Szenen, die wir zusammen gedreht haben, gehören zu den Höhepunkten meiner Schauspielkarriere. Er war gefährlich, unberechenbar, witzig und großzügig mit seinem Lob für andere Schauspieler. Zu früh."

Seth Rogen, mit dem Liotta 2009 in der Komödie "Observe and Report" zusammenspielte, twitterte: "Er war ein so liebenswerter, talentierter und witziger Mensch. Die Arbeit mit ihm war eine der größten Freuden meiner Karriere und wir haben einige meiner Lieblingsszenen gedreht, in denen ich je mitgespielt habe. Eine wahre Legende mit großem Können und Anmut."

Eigentlich schottischer Abstammung

Der 1954  in einem Waisenhaus in Newark, New Jersey, geborene Liotta wurde im Alter von sechs Monaten. Liotta ging immer davon aus, dass er zum größten Teil Italiener war - wie die Rollen in den meisten seiner Filme. Doch als er sich später auf der Suche nach seinen leiblichen Eltern machte, fand er heraus, dass er eigentlich schottischer Abstammung war.

Er wuchs als Sporttalent auf, bis ihn ein Theaterlehrer im letzten Jahr an der High School fragte, ob er im Schultheater mitspielen wolle. Der Funken sprang über. Später studierte er an der Universität von MiamiTheater und Schauspiel, weil er dafür keine Mathekenntnisse brauchte. In Interviews sagte er oft, dass er nur deshalb anfing, für Theaterstücke vorzusprechen, weil ein hübsches Mädchen ihn dazu aufgefordert hätte. Nach dem Abschluss fand er einen Agenten und hatte bald darauf seine erste große Rolle in der Seifenoper "Another World".

Der große Durchbruch mit "Something Wild" an der Seite von Melanie Griffith

Es sollte ein paar Jahre dauern bis zum Durchbruch in Jonathan Demmes "Something Wild" als Melanie Griffiths hitzköpfiger Ex-Sträflings-Ehemann. Damals war er 30 Jahre alt und hatte seit fünf Jahren keinen festen Job mehr. 

Die Rolle brachte ihm eine Golden-Globe-Nominierung ein. Ein paar Jahre später bekam er die denkwürdige Rolle des Geistes von Shoeless Joe Jackson in "Feld der Träume". 

Seine berühmteste Rolle, die des echten Mafioso Henry Hill in Martin Scorseses "Goodfellas", kam kurz darauf. Allerdings mussten er und Scorsese dafür kämpfen, indem sie mehrfach vorsprachen und das Studio baten, den noch relativ unbekannten Liotta zu besetzen.

Staunte selbst, wie "Goodfellas" Eigenleben entwickelte

"Die Sache mit dem Film ist die, dass Henry Hill keine so kantige Figur ist", sagte Liotta 2012 in einem Interview. "Es sind wirklich die anderen Typen, die die eigentlichen Morde begehen. Die eine körperliche Sache, die er tut, als er den Kerl verfolgt, der Karen verfolgt hat - wissen Sie, die meisten Zuschauer mögen ihn dafür."

Im selben Interview staunte er darüber, wie "Goodfellas" ein "Eigenleben" entwickelte  und im Laufe der Zeit immer weiter wuchs.

"Die Leute sehen sich den Film immer wieder an und reagieren immer noch darauf, und verschiedene Altersgruppen kommen auf mich zu, sogar heute noch kommen Teenager auf mich zu und stellen eine emotionale Verbindung zu dem Film her", sagte er.

Egal, wie groß die Rolle war, Liotta schaffte es, herauszustechen und seinen Partnern die Show zu stehlen, ob als Johnny Depps Vater in "Blow" oder Adam Drivers bulliger Scheidungsanwalt in "Marriage Story".