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Nach der Ukraine Polen - im Auftrag von Putin? Kadyrow droht im Video

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Von Euronews  mit AP, Twitter
Tschetscheniens Präsident Ramsan Kadyrow - im März 2022
Tschetscheniens Präsident Ramsan Kadyrow - im März 2022   -   Copyright  AP/Copyright 2022 The Associated Press. All rights reserved   -  

Der für seine Brutalität bekannte Machthaber von Tschetschenien Ramsam Kadyrow hat - laut BBC-Mitarbeiter Francis Scarr - ein Video aufgenommen, in dem er unverhohlen mit einem Angriff gegen Polen droht. 

Der 45-jährige Kadyrow, der seinen Bart jetzt noch länger und voller trägt als zuvor, sagt in der Aufnahme, da "die Sache mit der Ukraine jetzt fertig sei, interessiere er sich für Polen." Ramsan Kadyrow ist Präsident der russischen Teilrepublik Tschetschenien; er hatte - mit der Unterstützung von Wladimir Putin - im Mai 2007 den Posten seines ermordeten Vaters übernommen. Er gilt auch als Putins Mann fürs Grobe.

Und Kadyrow richtet jetzt die folgenden Worte an Warschau: "Nach der Ukraine, wenn wir das Kommando bekommen, zeigen wir Euch in sechs Sekunden, wozu wir fähig sind." 

Handelt es sich bei dem "Kommando" um einen Befehl vom russischen Präsidenten? Bisher hatte Wladimir Putin keinen Angriff auf Polen erwähnt. Und Kadyrow hatte offenbar behauptet, er sei selbst bei den Kämpfen in der Ukraine gewesen, wobei es Zweifel an den von ihm geposteten Videos gab.

Doch Russlands Regierung hatte den Westen mehrmals vor Waffenlieferungen an die Ukraine gewarnt. Und Polen hat sich stets für Waffenlieferungen an Kiew stark gemacht - und auch Deutschland für die nach Ansicht der polnischen Regierung zu zögerlichen Haltung kritisiert.

Ob Kadyrow mit "wir" in dem Video Wladimir Putin und sich selbst meint oder ob Kadyrow von sich und seinen Truppen spricht, ist offenbar nicht ganz klar. Einheiten aus Tschetschenien waren in der Ukraine an vorderster Front im Einsatz.

Kadyrow sagt auch, Polen solle besser die Waffen niederlegen und sich für das entschuldigen, was "unserem Botschafter" angetan worden sei.

Damit spielt Kadyrow auf eine Szene an, die sich am 9. Mai in Warschau abgespielt hat. Russlands Botschafter in Polen, Sergej Andrejew, war am sogenannten "Tag des Sieges", der an das Ende des Zweiten Weltkrieg erinnert, in Warschau von Protestierenden mit roter Farbe übergossen worden. Auf einem Friedhof für sowjetische Soldaten wurde der Diplomat zudem von ukrainischen und polnischen Demonstranten mit Rufen wie "Mörder" und "Faschisten" empfangen.

Wie Newsweek berichtet hatte Polens stellvertretender Außenminister Pawel Jablonski vor Wochen in Interviews erklärt, dass er davon überzeugt sei, dass Putin auch Polen angreifen wollte. Jablonski sagte aber, er glaube nicht, dass Russland das tun werde, weil die Armee in der Ukraine zu beschäftigt sei.

Vertreter der ukrainischen Regierung hatten Polen immer wieder als "den besten Nachbarn und Verbündeten" gelobt. Die meisten der ins Ausland geflohenen Frauen und Kinder aus der Ukraine halten sich in Polen auf.