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110. Kriegstag: Ukrainische Armee aus Zentrum von Sjewjerodonezk verdrängt

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Von Euronews  mit DPA/AP/AFP
Denkmal mit russischer Flagge in Mariupol
Denkmal mit russischer Flagge in Mariupol   -   Copyright  AP Photo   -  

Im Kampf um die strategisch wichtige Industriestadt Sjewjerodonezk im Osten des Landes hat die ukrainische Armee den Verlust des Stadtzentrums eingeräumt.

Die Soldaten seien durch heftigen russischen Artilleriebeschuss verdrängt worden, wie der ukrainische Generalstab am Morgen mitteilte.

Einige Stunden zuvor hatte Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärt, in Sjewjerodonezk werde "buchstäblich um jeden Meter gekämpft" - und erneut um moderne Luftabwehr gebeten. Seit der russischen Invasion im Februar seien ukrainische Städte von gut 2600 feindlichen Raketen getroffen worden.

Sjewjerodonezk ist seit Tagen Zentrum der heftigen Kämpfe im Gebiet Luhansk, das russische und prorussische Kämpfer bereits zu mehr als 90 Prozent erobert haben. Beschossen wird in Sjewjerodonezk auch die Chemiefabrik Azot, in der ukrainischen Angaben zufolge weiter Zivilisten ausharren, die das Werksgelände als Luftschutzbunker nutzten.

Am 110. Kriegstag versuchten die russischen Truppen weiterhin, in den umkämpften ostukrainischen Gebieten in Richtung von Städten wie Bachmut, Slowjansk und Lyssytschansk vorzustoßen,

In der ebenfalls hefig umkämpften Hafenstadt Mykolajiw im Süden des Landes hielten ukrainische Truppen nach eigenen Angaben stand. 

Ungelöst ist nach wie vor der Export von Millionen Tonnen Getreide, die in den ukrainischen Schwarzmeerhäfen festsitzen. Kiew versucht, alternative Transportwege für sein Getreide zu finden, bevor es verdirbt. Verhandlungsversuche mit Russland unter türksicher Vermittlung blieben bislang fruchtlos.

Russland feierte am Sonntag seinen Nationalfeiertag und entrollte Dutzende von Flaggen in der verwüsteten Hafenstadt Mariupol. Dort wurden zudem - ebenso wie in besetzten Städten im Osten der Ukraine - Dutzende russische Pässe an Ukrainer verteilt.

Auch auf der annektierten Krim wurde der Nationalfeiertag gefeiert - mit einem krachenden Feuerwerk. Wohl der einzige Ort in der Region, an dem die Menschen derzeit keine Angst vor lauten Knallgeräuschen haben.