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Fake News? Ukraine bestreitet Tod von "50 Generälen und Offizieren" nach russischem Angriff

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Von Euronews  mit AFP, AP
Nach einem Raketenangriff auf Dnipro - im April 2022
Nach einem Raketenangriff auf Dnipro - im April 2022   -   Copyright  Evgeniy Maloletka/Copyright 2022 The Associated Press. All rights reserved   -  

Am Sonntag hatte Russlands Verteidigungsministerium einen Raketenangriff auf einen Führungsgefechtsstand der ukrainischen Streitkräfte in der Region um die Stadt Dnipro im Osten des Landes gemeldet. Dabei seien "der Kommandostab vernichtet" und "50 Generäle und Offiziere" der Ukraine getötet worden. Auch etwa 300 Soldaten seien ums Leben ums Leben gekommen.

Gegenüber der "Frankfurter Allgemeinen" hat die ukrainische Armee diese Erklärungen als "Falschmeldung" dementiert. Die "Angaben ansprächen nicht den Tatsachen", zitiert die FAZ die Reaktion der Ukraine.

Weder Russland noch die Ukraine machen genaue Angaben zu den eigenen Verlusten. Deshalb ist es schwierig, die von beiden Seiten in der Propagandaschlacht eingesetzten Zahlen zu überprüfen.

Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte zuletzt von bis zu 100 toten ukrainischen Soldaten pro Tag gesprochen - und von bis zu 500 Verletzten.

Die ukrainische Regierung veröffentlicht fast täglich Angaben zu den Verlusten der russischen Truppen. So wurden nach ukrainischen Angaben seit Kriegsbeginn am 24. Februar etwa 33.800 russische Soldaten getötet.

Bestätigt haben ukrainische Quellen den Tod von Oleh Kutsin. Er galt offenbar als einer der wichtigsten Befehlshaber der Armee der Ukraine. Der Kommandeur des 49. Gewehrbataillons der ukrainischen Streitkräfte, des Karpaten-Bataillons, wurde laut dem ukrainischen Nachrichtenportal Hromadske in der Region Charkiw getötet. Das Portal bezieht sich auf Angaben des Bürgermeisters von Iwano-Frankiwsk, Ruslan Martsinkiw, und des Vorsitzenden der Partei Svoboda, Oleh Tyahnybok. "Er war als wahrer Krieger bekannt, als Kommandant geachtet und ein guter Mensch mit einem unbeugsamen Charakter", schrieb der Bürgermeister von Kutsins Heimatort auf Facebook.

Oleh Kutsin hatte auch eine politische Karriere versucht, seit 2007 steht er auf der Parteiliste der Swoboda-Partei, doch er hatte es nicht geschafft, ins Parlament einzuziehen.

Seit den ersten Kriegstagen hatte die Ukraine den Tod zahlreicher russischer Generäle verkündet. Von Russland bestätigt wurden die Verluste nur selten - und oft mit großem zeitlichen Abstand.

Auch nach dem Untergang des Flaggschiffs der russischen Schwarzmeerflotte, der "Moskwa", gibt es bis heute nur unklare Angaben über das Schicksal der Besatzung. Berichte der Eltern von jungen Seeleuten, die sich an Bord befanden, lassen auf möglicherweise mehr Todesopfer schließen als offiziell angegeben wurden.