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Höchststrafe für Salah Abdeslam - Pariser Opferverein kündigt Auflösung an

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Von Euronews mit AP, AFP, dpa
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Großes Sicherheitsaufgebot vor und im Pariser Gericht
Großes Sicherheitsaufgebot vor und im Pariser Gericht   -   Copyright  Michel Euler/Michel Euler

Er gilt als letzter Überlebender und Schlüsselfigur des Terrorkommandos, das im November 2015 Paris angegriffen hat. Salah Abdeslam ist von einem Pariser Gericht zur höchstmöglichen Strafe verurteilt worden. Lebenslang Gefängnis mit einer Möglichkeit der Haftverkürzung frühestens nach 30 Jahren.

Auch 18 Mitangeklagte wurden schuldig gesprochen. Die wegen Terrorismus Verurteilten müssen zwischen zwei Jahre und ebenfalls lebenslang hinter Gitter. Ein weiterrer Mann wurde wegen eines betrufsdelikts zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.

Hintermänner der Anschlagsserie gaben die Männer nicht preis. Dies war von vielen Angehörigen und Opfern erhofft worden. Die Angeklagten, vor allem,aber Abdeslam, machten die französische Politik verantwortlich. Zu dem Anschlag vom 13. November 1015 hatte sich die Miliz Islamischer Staat bekannt.

Gérard Chemla ist Anwalt von 140 Nebenklägerinnen und Nebenklägern. Er sagte nach den Urteilsverkündungen: "Die verhängten Strafen sind nicht übertrieben. Sie sind den Tatsachen und den Tätern angepasst. Ich denke, wir befinden uns in einem befriedigenden Moment und ich hoffe für alle auf auf Gerechtigkeit."

"Warten wir 10 Tage ab"

Philippe Duperron ist der Vater eines Opfers der Anschläge: "Ich bin überzeugt, dass diese extreme Härte des Urteils in den Augen einiger Angehöriger und einiger Opfer gerecht ist Die Berufungsmöglichkeit steht jetzt offen und die Berufungsfrist beträgt 10 Tage, warten wir also 10 Tage ab."

Anwalt Jean Reinhart vertritt die Nebenklage: "Ich denke, dass bei sehr harten Urteilen, die sicherlich zu Recht verhängt wurden, Berufung eingelegt wird und wir die Möglichkeit haben werden, uns zu treffen und zu diskutieren."

Opferverein löst sich auf

Arthur Dénouveaux ist der Präsident des Opferhilfevereins "Life for Paris": "Ich glaube, wenn die Opfer heute im Gerichtssaal sein wollten, dann nicht so sehr, um die Angeklagten zu sehen, sondern um zusammen zu sein. Das ist die Botschaft der letzten sechseinhalb Jahre gewesen. Deshalb haben sie Vereinigungen gegründet, um zusammen zu sein. Denn der Weg, diesen Horror zu bewältigen, bestand darin, sich als Gruppe und nicht als Einzelne wieder aufzubauen. Wir mussten uns gegenseitig spüren, zusammenhalten und uns anhören, was die Justiz uns zu sagen hatte, nicht erst nach 10 Monaten, sondern nach sechseinhalb Jahren, um alles gemeinsam zu hören."

Sein Opferhilfeverein "Life for Paris" kündigte nach den Urteilen an, sich zum zehnten Jahrestag der Anschläge im November 2025 aufzulösen.