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Wein und Rum: Angolanische Produzenten haben den Weltmarkt im Blick

Von Chris Burns  & Dinamene Cruz
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Wein und Rum: Angolanische Produzenten haben den Weltmarkt im Blick
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In dieser Business-Angola-Folge berichten wir über zwei Unternehmen, die auf angolanischen Wein und Spirituosen spezialisiert sind: Vale do Bero, Angolas einziger Rotweinproduzent in der Provinz Namibe. Und wir fahren nach Caxaramba, um einen Rumbrenner und -hersteller in der Provinz Benguela zu treffen. Beide sehen die Nachfrage auf dem angolanischen Markt als Schlüssel zu ihrem Erfolg an, wollen aber mittel- bis langfristig auch weltweit exportieren.

Portugiesischer Wein mit angolanischer Note

Das Weingut Vale do Bero liegt am Bero-Fluss, in der fruchtbaren Agrarprovinz Namibe. Der Besitzer Paulo Múrias war Arzt. Er erzählt, er habe den Weinbau als Hobby begonnen, während er versuchte, Oliven anzubauen:

"Da die Olivenbäume nicht gediehen, wandte ich mich der zweiten Kultur zu, die ich kannte, nämlich dem Weinbau, mit dem Ziel, hier Wein zu produzieren", so  Paulo Múrias. "Und das war von Anfang an ein Erfolg."

Ein Erfolg, auch in puncto Produktivität: zwei Ernten pro Jahr aufgrund des günstigen Klimas: Ein sehr großer Vorteil im Vergleich zu den meisten anderen Ländern, denn die haben nur eine Jahresproduktion, so der Weingutbesitzer. Er hat sich für den Anbau von portugiesischen Reben entschieden: "Aus dem einfachen Grund, weil die angolanische Bevölkerung an den Geschmack portugiesischer Weine gewöhnt ist. Deshalb habe ich mich bei den Rebsorten für den Import aus Portugal entschieden." Und er ist vom Ergebnis begeistert: "Die Trauben absorbieren die gesamte Umgebung, das Terroir des Vale do Bero. Dieser Wein verkörpert sozusagen den Geschmack des angolanischen Weins."

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Weingutbesitzer Paulo Múrias (li.) mit seinem Cousineuronews

Luís Filipe Madeira, ein Cousin von Murias, ist seit zwei Jahren Mitgeschäftsführer des Unternehmens. Laut seinen Angaben produziert Vale do Bero jährlich etwa 80.000 Flaschen: "Wir haben 21 Hektar Weintrauben und vier Hektar Tafeltrauben, und wir werden die Anbauflächen noch weiter ausbauen."

Rum aus der Provinz Benguela

Ein nächster Schritt ist die Ausweitung des Kundenstamms über Angola hinaus, ein gemeinsames Ziel mit dem Rumhersteller Caxaramba in der Provinz Benguela.

Eigentümer Ricardo Guerra stammt aus einer Familie mit langer Weinbautradition in Portugal, er ist Angolaner in fünfter Generation. 

"Seit 2010, seit wir mit diesem Traum, diesen Erfahrungen angefangen haben, arbeiten wir mit Eichenfässern aus französischer und amerikanischer Eiche", erzählt Guerra. "Wir haben hier etwa 50.000 Liter Rum, und um diese 50.000 Liter herzustellen, müssen wir fast 500.000 Liter fermentieren. Denn beim Destillationsprozess ist die Ausbeute sehr klein."

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Ricardo Guerra, Rumhersteller Caxaramba in der Provinz Benguelaeuronews

Abgesehen von den Fässern bezieht Caxaramba den größten Teil seiner Rohstoffe von Unternehmen in Angola, um nicht von Importen abhängig zu sein. "Fast 95 % unserer Produkte werden in Angola gekauft. Das ist ein großer Erfolg für uns", meint der Rum-Produzent, der jetzt die Produktion drastisch ausweiten und weltweit exportieren will: 

"In den nächsten 10 Jahren möchte ich statt 50.000 Liter pro Jahr 500.000 Liter pro Jahr reifen lassen. Das ist ein Ziel, das wir haben. Das ist realistisch. Dann wollen wir unsere Marke international bekannt machen. Wir wollen unsere Marke weltweit vertreiben, weil wir glauben, dass wir ein besonderes Produkt haben."

Auf die Frage, warum Caxaramba etwas Besonderes ist, antwortet er: "Man kann die ganze Komplexität schmecken, die der Rum hat. Er ist nicht so stark. Man spürt nicht den Alkohol, sondern die Struktur, den Geschmack des Holzes. Deshalb ist dieser Rum einzigartig, etwas Besonderes und deshalb stecke ich meine ganze Leidenschaft in diese Fässer."