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EU-Gaskrise: Energieminister Skrekas erklärt den griechischen Ausweg

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Von Foteini Doulgkeri  & Euronews
Die Regierungchefs Griechenlands und Bulgariens bei der Einweihung der Gas-Pipeline am 8.7.22
Die Regierungchefs Griechenlands und Bulgariens bei der Einweihung der Gas-Pipeline am 8.7.22   -   Copyright  Dimtiris Papamitsos/AP

Die Drohung Russlands, Gaslieferungen an die EU zu unterbrechen, hat viele Länder veranlasst, zu Maßnahmen zu greifen, die ihre Klimaversprechen in Frage stellen könnten. Eines dieser Länder ist Griechenland, das den Braunkohleabbau erheblich ausgeweitet hat, obwohl es sich ursprünglich verpflichtet hatte, ihn zugunsten der Umwelt schrittweise zu verringern.

Euronews-Redakteurin Doulgkeri Foteini asprach mit dem grichischen Minister für Umwelt und Energie, Kostas Skrekas. Er erläuterte das Drei-Säulen.Konzept: "Griechenland hat angesichts dieser Situation und der Möglichkeit, dass Putin die Erdgaslieferungen nach Europa und Griechenland vollständig unterbricht, drei verschiedene Maßnahmen ergriffen. Erstens haben wir die Kapazität des LNG-Terminals von Revythoussa verdoppelt. Ein neuer schwimmender Tank wurde bereits aufgestellt und wird bis Ende Juli in Betrieb sein, so dass wir die Kapazität verdoppeln, und zwei LNG-Tanker gleichzeitig andocken können. 

Zweitens haben unsere Braunkohleminen ihre Fördertätigkeit erhöht, um sicherzustellen, dass wir über eine ausreichende Menge an Braunkohle verfügen, und wir haben die Möglichkeit, fünf Erdgaskraftwerke mit Diesel zu versorgen, falls sich die Erdgaseinfuhren verringern, weil Russland die Lieferungen drosselt. Diese drei Punkte in Verbindung mit den Gesprächen, die wir mit meinem italienischen Kollegen und der italienischen Regierung führen, um dort strategische Reserven unseres Gases zu lagern, schaffen Sicherheit für die Gasversorgung des Landes im Winter."

Vereinte Kaufkraft

Wegen der Energiekrise verstärkt Griechenland regionale Kooperationen zur Sicherung der Versorgung, wie die vor wenigen Tagen eingeweihte Verbindungsleitung zwischen Griechenland und Bulgarien. Athen plädiert auch für den gemeinsamen europäischen Einkauf von Erdgas.

Dazu sagte Skrekas: "In Europa wird derzeit über etwas diskutiert, das Griechenland nachdrücklich unterstützt: den gemeinsamen Einkauf von Erdgas voranzutreiben. Griechenland nimmt bereits an der Südosteuropäischen Plattform teil, zusammen mit Rumänien, Bulgarien und anderen Nachbarländern, um unsere Verhandlungs- und Kaufkraft zu stärken. Wir sollten gemeinsam einkaufen, um bessere Erdgaspreise zu erzielen und natürlich auch, um es zu fördern und Zugang dazu zu bekommen."

Abgesehen von den offensichtlichen wirtschaftlichen Folgen hat die Energiekrise übrigens auch die Diskussionen über vorgezogene Neuwahlen in Griechenland im Herbst angeheizt.