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"Putin ist ein Mörder" Journalistin Ovsyannikova postet Protest-Video

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Von Kirsten Ripper  & Euronews  mit AFP, AP
Marina Owsjannikowa - ARCHIV
Marina Owsjannikowa - ARCHIV   -   Copyright  -/AFP or licensors

Auf dem Video ist eine blonde Frau in hellen Hosen und High Heels zu sehen, die vor dem Kreml ein Poster in den Händen hält. Darauf steht: "Putin ist ein Mörder. Seine Soldaten sind Faschisten. 352 Kinder sind gestorben. Wie viele Kinder müssen noch sterben, bevor Sie aufhören?".  

Ein Video der Aktion hat sie auf ihrem Telegram-Konto veröffentlicht.

Diese Frau ist die Journalistin Marina Ovsyannikova (auch: Owsjannikowa). Sie war international bekannt geworden, als sie am 15. März 2022 in den Nachrichten des halbstaatlichen Senders zur besten Sendezeit den Krieg gegen die Ukraine angeprangert hatte. Wann der neue Protest stattfand, ist offenbar unklar.

Owsjannikowa hatte seit Jahrzehnten für den Sender Channel 1 +gearbeitet. Sie galt laut Medienberichten als linientreu.

Dann hielt sie wenige Wochen nach dem Einmarsch Russlands in die Ukraine ihr Plakat in die Studiokamera und rief "Nein zum Krieg" und "Stoppt den Krieg. Glaubt der Propaganda nicht. Ihr werdet belogen." Maria Ovsyannikova wurde kurzzeitig verhaftet und wegen Diskreditierung der Armee angeklagt.

Im vergangenen April konnt Marina Owsjannikowa dennoch nach Berlin ausreisen. Seit ihrem Protest beim staatlichen TV-Sender arbeitet Marina Ovsyannikova auch für die deutsche Zeitung DIE WELT. In einigen Interviews soll sich Owsjannikowa auch gegen die Sanktionen des Westens gegen Russland ausgesprochen haben. 

Die Zeitung Nowaja Gaseta - die inzwischen von ins Ausland geflohenen Journalisten betrieben wird - feierte die Redakteurin mit dem Protest-Poster als "Heldin."