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Waldbrände in Südeuropa: Evakuierungen und verbranntes Vieh

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Von Euronews  mit dpa, AFP, franceinfo, ANSA
Waldbrand in Südfrankreich
Waldbrand in Südfrankreich   -   Copyright  GAIZKA IROZ/AFP   -  

Hohe Temperaturen und Waldbrände machen weiterhin vor allem dem Süden Europas zu schaffen. Feuerwehr und Katastrophenschutz kämpfen Tag und Nacht gegen die Flammen in Frankreich, Spanien, Portugal und Italien. 

Frankreich: in Gironde, südlich von Bordeaux

In Südfrankreich, ist ein Brand südlich von Bordeaux, der sich zwischenzeitlich stabilisiert hatte, aufgrund staker Winde wieder aufgeflammt. Dörfer im Departement Gironde mussten evakuiert und rund 1.500 Menschen in Sicherheit gebracht werden. Die Bewohner:innen befinden sich derzeit "in den umliegenden Gemeinden, in Festsälen, in Unterkünften", teilte Jean-Marc Pelletant, der Bürgermeister von Landiras, gegenüber franceinfo mit.

Seit Dienstag, den 12. Juli, sind in der Gegend um Landiras in Gironde rund 7.000 Hektar Fläche verbrannt. Und ein anderer verheerender Waldbrand in der Gegend werde von wechselnden Winden weiter und weiter getragen. Erlösender Regen ist erst mal nicht in Sicht. Im Gegenteil: Die Temperaturen steigen in weiten Landesteilen an. Hitzewarnungen gibt es nun auch in der nordwestlichen Bretagne. Erlösender Regen ist zunächst nicht abzusehen. 

Portugal: im Norden bei Chaves, Bustelo

Ähnlich ist die Lage im Norden Portugals bei Bustelo nahe der Stadt Chaves nicht weit von der Grenze zu Spanien. 2.000 Hektar Land stehen hier in Flammen. Pausenlos sind die Brandbekämpfer im Einsatz. Wie gefährlich das ist, zeigte hier der Absturz eines Flugzeugs, bei dem der Pilot ums Leben kam.

Erst ab Montag könnte es eine leichte Abkühlung auf Werte um die 35 Grad geben. Aber die vielen Waldbrände werden durch den leichten Rückgang der Temperatur noch lange nicht gestoppt. Viel zu ausgedörrt sind die Wälder, knochentrocken nach einem regenarmen Winter und Frühjahr. Zudem gibt es viele harzreiche Nadelbäume, die förmlich zu explodieren scheinen. Die Flammen schlagen mit unglaublicher Hitze als Feuersäulen hoch in den Himmel. Zurück bleibt eine grauschwarze Mondlandschaft.

Spanien: Provinzen Cáceres, Salamanca, Segovia, Lugo und Málaga

In weiten Teilen Spaniens herrscht anhaltend extreme Hitze mit Temperaturen über 40 Grad. Besonders betroffen sind die Provinzen Cáceres, Salamanca, Segovia, Lugo und Málaga. Die Feuer bedrohen außerem den Nationalpark in der Extremadura. 

In den ländlichen Regionen spielen sich teils erschütternde Szenen ab, Bauern berichten von ihrem verbranntem oder verdurstetem Vieh. Tausende Menschen mussten wegen herannahender Flammen ihre Häuser und Bauernhöfe fluchtartig verlassen, manche schon vor fünf Tagen. 

"Mir sind 130 Bienenstöcke verbrannt", klagte ein Bauer in der westspanischen Region Cáceres dem spanischen TV-Sender RTVE. Ein anderer berichtete vom Feuertod seiner 40 Schafe und seines Pferdes, weitere davon, dass ihr Vieh verdurste, weil sie nicht zu ihren Höfen dürften. Welche Schäden die Brände in Naturschutzparks und unter Wildtieren anrichten, ist kaum abzuschätzen. "Es wird Jahre dauern, bis sich die Landschaft hier erholt", sagte ein Beobachter angesichts der Flammen, die sich dem Nationalpark Monfragüe näherten. 

Italien: Bibione und höchste Gefahrenstufe für Sizilien und Sardinien

Im norditalienischen Adria-Badeort Bibione mussten Wanderer in den Fluss springen sich Strandbesucher ins Meer retten, um den Flammen und dem Rauch eines Brands zu entkommen, der in einem Pinienwald ausgebrochen war. Von der italienischen Feuerwehr veröffentlichtes Filmmaterial zeigt den Einsatz in Bibione.

Zunächst brachten die Feuerwehrleute die Flammen unter Kontrolle, zwschenzeitlich brachen stellenweise jedoch wieder Brände aus.

Die Behörden in Sizilien gaben für Sonntag stellenweise die höchste Gefahrenstufe für Waldbrände aus. Auch in den Prognosen des Zivilschutzes auf Sardinien galt am Sonntag im Zentrum von Norden bis Süden erhöhte Waldbrandgefahr.

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