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Feuer am Atlantik: 10 Zootiere sterben bei Evakuierung "wegen Hitze und Stress"

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Von Euronews  mit AFP/AP
Feuerwehleute in Louchats nahe Landiras in der Gironde
Feuerwehleute in Louchats nahe Landiras in der Gironde   -   Copyright  Philippe Lopez/Pool Photo via AP   -  

Französische Feuerwehrleute kämpfen mit aller Kraft gegen die verheerenden Waldbrände entlang der Atlantikküste im Departement Gironde.

Rund 1.700 Einsatzkräfte aus ganz Frankreich, unterstützt von Löschflugzeugen aus der Luft, sind gegen die beiden Hauptbrandherde nahe La Teste-de-Buch und in Landiras unermüdlich im Einsatz. Gut 17.000 Hektar Wald wurden bislang verwüstet. Das entspricht einer Fläche von 150 Quadratkilometern, so groß wie Paris und seine inneren Vororte. 32.000 Menschen mussten bereits in Sicherheit gebracht werden.

Das Ganze bei apokalyptischen Temperaturen über 40 °C Grad. Man versuche, die Flammen mit Brandschneisen in Schach zu halten, erklärt Einsatzleiter Oberstleutnant Eric Florensan."In der Tat brennen wir gezielt ein dafür ausgewähltes Gebiet ab, bevor das Hauptfeuer eintrifft. Damit verhindern wir, dass sich das Feuer weiter ausbreitet und auf die Berge, die direkt dahinter liegen, überspringt."

Wie eine Arche Noah: Zoo du Bassin d'Arcachon evakuiert

Auch der Zoo du Bassin d'Arcachon in La Teste-de-Buch ist von den Flammen betroffen, rund 1000 Tiere leben hier. Um diejenigen, die transportfähig sind, zu evakuieren, trafen aus mehreren Zoos des Landes Tierärzte und Pfleger mit Fahrzeugen, Transportkisten und veterinärmedizinischer Ausrüstung ein, um bei der Evakuierung der Tiere mitzuhelfen, wie eine Arche Noah.

Die 363 Tiere wurden auf dem Parkplatz des Zoos von Pessac am Stadtrand von Bordeaux gebracht, bis die Rauchwolke vorbeigezogen ist. "Das ist eine einzigartige Aktion. Es gibt eine starke Mobilisierung des Berufsstandes", so die Direktorin des französischen Zoo-Verbands (AFdPZ), Cécile Erny.

Bei der Evakuierung kamen etwa 10 Tiere ums Leben - "wegen Hitze und Stress", wie das französische Umweltministerium mitteilte. Diejenigen, die vor Ort bleiben mussten, seien gut versorgt.

Spanien: "Hühner und 15 Kätzchen" zurückgelassen

In Spanien sind mindestens zwanzig Brände außer Kontrolle geraten, während das Land weiterhin von einer außergewöhnlichen Hitzewelle mit Temperaturen von bis zu 43 Grad Celsius heimgesucht wird.

Die Flammen zerstören Häuser und Ernten. Tausende von Menschen wurden in Notunterkünften untergebracht. "Ich weiß nicht, in welchem Zustand mein Haus ist", sagt eine Evakuierte aus Manresa, in Katalonien. "Ich glaube, es ist verbrannt... Aber ich kann nicht sagen, wie schlimm es ist. Ich habe ein Video gesehen, das mir ein Nachbar geschickt hat, und es sieht verbrannt aus."

Eine andere Frau denkt an die Tiere, die sie zurücklassen musste. "Das Feuer wurde immer stärker an. Um 17 Uhr haben uns die Flammen erreicht und wir mussten fliehen. Wir nahmen unsere vier Welpen mit, und das war's. Die Hühner und die 15 Kätzchen sind dortgeblieben."

Die aktuellen Waldbrände gehören bereits zu den schlimmsten seit Menschengedenken, den Einsatzkräften gelingt es nicht, sie unter Kontrolle zu bringen. Erschwerend zu der großen Hitze kommen starke Winde hinzu, die ständig die Richtung der Flammen verändern.