Was macht Putin mit Nord Stream 1: Kommt wieder Gas aus Russland?

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Von euronews
Gasspeicher in Eiterfeld
Gasspeicher in Eiterfeld   -   Copyright  Michael Probst/Copyright 2022 The Associated Press. All rights reserved   -  

Der Betrieb der Gasfernleitung Nord Stream 1 ruht. Als Grund führte Russland Wartungsarbeiten an. Planmäßig sollen diese an diesem Donnerstag abgeschlossen sein. Die Frage ist, ob und wie viel Gas dann wieder strömen wird.

Die Instandhaltungsmaßnahmen verliefen laut der Nord Stream AG ohne größere Schwierigkeiten. Zuvor war die tägliche Strömmenge um mehr als die Hälfte herabgesetzt worden. Genannt wurden technische Gründe.

„Gazprom erfüllt seine Verpflichtungen, hat sie stets erfüllt und ist gewillt, weiterhin alle seine Verpflichtungen zu erfüllen", betonte der russische Präsident Wladimir Putin.

Die deutsche Bundesregierung ist skeptisch, was die angesichts der Verringerung der Liefermenge von Russland genannte Begründung betrifft.

Habeck: „Quasi eine politische Wartung"

Der deutsche Wirtschaftsminister Robert Habeck sagte am 11. Juli: „Was wir gesehen haben in der Vergangenheit ist, dass technische Gründe vorgeschoben werden, um quasi eine politische Wartung vorzunehmen. Da es einmal passiert ist, da kann es natürlich wieder passieren."

Die zwei Stränge von Nord Stream 1 verlaufen von der russischen Stadt Wyborg nahe der Grenze zu Finnland durch die Ostsee nach Lubmin bei Greifswald in Nordostdeutschland. Täglich können durch die Gasfernleitung mehr als 167 Millionen Kubikmeter Gas strömen. Sollte Russland die zwecks Wartung nach Kanada geschickte Turbine nicht zurückerhalten, so kündigte Putin an, werde man nur noch 33 Millionen pro Tag liefern.