Europäischer Gewerkschaftsbund fordert einheitliche Hitzeschutz-Maßnahmen

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Von Euronews  mit AFP
Mann begutachtet Sonnenblume auf dem Feld
Mann begutachtet Sonnenblume auf dem Feld   -   Copyright  JEFF BARNARD/AP   -  

Angesichts der immer länger andauernden Hitzewellen macht sich der Europäische Gewerkschaftsbund für ein Gesetz stark, das europaweit eine Höchsttemperatur am Arbeitsplatz festlegt.

Tischler, Landwirte oder Gärtner: sie alle stehen tagtäglich an vorderster Front der Klimakrise: Schwindel, Kopfschmerzen, aber auch Bewusstlosigkeit und Todesfälle sind nicht selten die Folge.

In einigen europäischen Ländern existieren bereits entsprechende Regelungen, die jedoch von Land zu Land variieren. Auch in Deutschland gelten laut § 3a Arbeitsstätten-Verordnung in Verbindung mit Ziffer 3.5 ihres Anhangs je nach Art und Schwere der Beschäftigung verschiedene Mindest- und Höchsttemperaturen.

Übersteigt die Raumtemperatur jedoch 30°C ist ein Arbeitgeber in Deutschland verpflichtet, geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um Hitzeschäden vorzubeugen.

Bisher haben nur sechs europäische Länder ein Gesetz zu den maximalen Temperaturen am Arbeitsplatz.

Belgien: 29 °C bei leichter körperlicher Arbeitsbelastung, 26 °C bei mäßiger körperlicher Arbeitsbelastung, 22 °C bei schwerer körperlicher Arbeitsbelastung und 18 °C bei sehr schwerer körperlicher Arbeitsbelastung.

Spanien: Die maximale Arbeitstemperatur für sitzende Tätigkeiten wie Büroarbeit liegt bei 27°C und für leichte Tätigkeiten bei 25°C. Diese Grenzwerte gelten jedoch nicht für alle Arten von Arbeit, nicht für alle Arbeitnehmer:innen und nicht für alle Arbeitsorte.

Ungarn: 31°C bei leichter sitzender körperlicher Arbeit, 29°C bei mäßiger körperlicher Arbeit und 27°C bei schwerer körperlicher Arbeit.

Lettland: Maximale Arbeitstemperatur in Innenräumen 28°C.

Montenegro: Maximale Temperatur für die Arbeit im Freien 28°C.

Slowenien: Die Lufttemperatur an Arbeitsplätzen darf 28°C nicht überschreiten.

Laut Weltgesundheitsorganisation liegt die optimale Arbeitstemperatur zwischen 16 und 24 Grad. Einer entsprechenden Studie zufolge steigt das Risiko von Arbeitsunfällen bei einer Überschreitung von 30 Grad um bis zu 7 Prozent. Bei mehr 38 Grad erhöht sich die Unfallwahrscheinlichkeit auf rund 15 Prozent.

Angesichts zunehmender Extremwetterereignisse fordert der Europäische Gewerkschaftsbund nun, europaweit angemessene Schutzmaßnahmen für alle Arbeitnehmer:innen einzuführen.