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Papst auf Büßer-Reise

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Von euronews
Kanadische Ureinwohner erwarten Papst-Entschuldigung
Kanadische Ureinwohner erwarten Papst-Entschuldigung   -   Copyright  Diritti d'autore Chris Young/AP   -  

Papst Franziskus besucht Kanada - und wird bei dieser Reise mit Anschuldigungen gegen die katholische Kirche konfrontiert. Dabei geht es um Missbrauchsvorwürfe in Internatsschulen, insbesondere gegenüber missionierten Ureinwohnern. Gewalt und Erniedrigung sollen in einigen der Schulen jahrzehntelang üblich gewesen sein.

Deborah Greyeyes lebt in Edmonton und bezeichnet sich selber als Angehörige der Muskeg Lake Cree: "Es wurde ja bereits eine Entschuldigung ausgesprochen, bei diversen Gelegenheiten. Doch ich denke, dass es für den Papst wichtig ist, das selber vor Ort zu tun. Ich denke, mein (katholischer) Glauben könnte gefestigt werden duch seinen Besuch (hier bei uns)."

Mit dem Segen des Papstes

Auch Pia Caser lebt in Edmonton: "Ich bete dafür, dass der Genesungsprozess des Volkes Fortschritte macht. Der Papst wird hier vor Ort den Leuten seinen Segen spenden, allein seine Präsenz, seine Anwesenheit wird segensreich sein. Und vielleicht wird das etwas Wichtiges sein für die Leute."

Die kanadischen Schulbehörden plazierten von 1800 bis 1990 etwa 150.000 Kinder von Ureinwohnern in 139 katholischen Internatsschulen. An einigen herrschten offenbar katastrophale Zustände, die Kinder wurden teilweise schlecht ernährt, manche starben dort an Mangelkrankheiten. Die in Kanada bereits seit Jahren geführte Debatte ist komplex: Es geht um Entschädigungsforderungen und den Vorwurf kultureller Entfremdung und Zwangsmissionierung.