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Ursachensuche nach massivem Fischsterben in der Oder

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Von euonews  mit AP, AFP, dpa
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Das massenhafte Fischsterben in der Oder hat im Grenzgebiet zu Polen Alarmstimmung ausgelöst.
Das massenhafte Fischsterben in der Oder hat im Grenzgebiet zu Polen Alarmstimmung ausgelöst.   -   Copyright  Patrick Pleul/dpa. All rights reserved.

Nach dem massiven Fischsterben in der Oder suchen die Behörden auf deutscher und polnischer Seite nach der Ursache. Brandenburgs Umweltministerium bestätigte, dass der Fluss mit dem hochgiftigen Schwermetall Quecksilber belastet ist. Zudem weise die Oder eine hohe Konzentration von im Wasser gelösten Salze auf, sogenannte Salzfrachten, erklärte Brandenburgs Umweltminister Axel Vogel im RBB-Fernsehen. Die gemessenen atypischen Salzfrachten könnten im Zusammenhang mit dem Fischsterben stehen. Ob das die einzigen Gründe für das Massensterben sind, sei aber unklar. Klar scheint zu sein, dass die bislang noch unbekannte Quelle der Verschmutzung in Polen liegt.

Morawiecki entlässt Behördenchefs

Die dortigen Meldeketten hätten nicht funktioniert, kritisierte das Bundesumweltministerium in Berlin. Und auch von Brandenburgs Umweltminister Axel Vogel kam deutliche Kritik: "Da gab es eben ein Versagen an einer Stelle, wo Informationen nicht weitergeleitet wurden, nicht in den internationalen Bereich, also nicht nach Deutschland weitergegeben wurden, sondern in Polen, auf polnischer Seite, zurückgehalten wurden.“

Dort gab es erste personelle Konsequenzen. Regierungschef Mateusz Morawiecki feuerte die Chefs der Wasser- und der Umweltbehörde. Sie hätten zu spät reagiert.

Chemie-Abfälle in Oder entsorgt?

Betroffen von dem Fischsterben ist das grenzüberschreitende Schutzgebiet "Internationalpark Unteres Odertal". Polnischen Berichten zufolge soll bei Breslau (Wrocław), eine riesige Menge an chemischen Abfällen in den Fluss gekippt worden sein. Nach Aussage von Morawiecki wurde das Fischsterben offenbar durch die Einleitung von Chemie-Abfällen ausgelöst. "Es ist wahrscheinlich, dass eine riesige Menge an chemischen Abfällen in den Fluss gekippt wurde, und das in voller Kenntnis der Risiken und Folgen", sagte Morawiecki in einer Videobotschaft. Erste Hinweise darauf gab es wohl bereits Ende Juli.

Die mutmaßlich hochgiftigen Stoffe könnten nach Behördenangaben am Samstag das Oderhaff nördlich von Stettin erreichen. Dort wird geraten aufs Angeln und Fischen zu verzichten und kein Wasser zu entnehmen.