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Gasumlage steht fest: 2,4 Cent pro kWh - Das müssen Sie wissen

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Von Euronews
Die Höhe der Gasumlage steht fest.
Die Höhe der Gasumlage steht fest.   -   Copyright  -Symbolbild- Pixabay

Eine staatliche Gasumlage sorgt ab Herbst für Mehrkosten für Millionen von Kunden. Heute wurde ihre Höhe bekanntgegeben: 2,4 Cent pro Kilowattstunde.

Für einen vierköpfigen Durchschnittshaushalt ergibt sich durch den Wert von rund 2,4 Cent eine Zusatzbelastung von etwa 480 Euro im Jahr – ohne Mehrwertsteuer. Die will Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) nicht auf die Umlage erheben, benötigt hierfür jedoch eine Sondererlaubnis der EU. Mit der Mehrwertsteuer würden sich die Mehrkosten auf knapp 580 Euro summieren.

Der deutsche Wirtschaftsminister Robert Habeck erklärte, dass die staatliche Umlage von einem Entlastungspaket für Bürger:innen begleitet werden müsse. Die Bundesregierung habe sich diesbezüglich auf erste Schritte wie eine Ausweitung des Wohngeldes mit einem Heizkostenzuschuss verständigt.

Auch der deutsche Kanzler Olaf Scholz (SPD) sagte, die Regierung werde die Bürgerinnen und Bürger "nicht alleine lassen".

Von der Umlage sind Privathaushalte und Unternehmen betroffen - etwa die Hälfte aller Wohnungen in Deutschland werden mit Gas beheizt.

Mit der Umlage soll systemrelevanten Importeuren geholfen werden. Sie soll vom 1. Oktober dieses Jahres bis zum 31. März 2024 erhoben werden und Gasversorgern zugute kommen, die zu hohen Preisen Ersatz für ausbleibende, günstigere Gasmengen aus Russland kaufen müssen.

Die ermittelte Höhe der Gasumlage wurde heute von der Trading Hub Europe GmbH bekannt gegeben. Sie ist das Gemeinschaftsunternehmen der Gas- und Fernleitungsbetreiber, das die Ausgleichszahlungen für die Importeure auf Versorger umlegt. 

Mit 2,4 Cent pro Kilowattstunde sind die Importeure im Rahmen der Erwartungen der Bundesregierung geblieben. Das Bundeswirtschaftsministerium hatte eine Höhe in der Spanne von 1,5 bis fünf Cent pro Kilowattstunde erwartet. 

Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) fordert hingegen Strom- und Gasrechnungen ab Januar 2023 zwei Jahre lang grundsätzlich nicht mit der Mehrwertsteuer zu belegen, um hohe Belastungen für Privathaushalte und Unternehmen zu vermeiden. Laut Berechnungen von Wirtschaftsforschern des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung könnte die Umlage die Inflation von derzeit 7,5 Prozent auf rund zehn Prozent anheben.