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Aufräumen mit der Vergangenheit: Sowjet-Denkmäler ab ins Museum

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Von Euronews mit AFP, dpa
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Als erstes Sowjet-Relikt musste der T-34 in Narva dran glauben
Als erstes Sowjet-Relikt musste der T-34 in Narva dran glauben   -   Copyright  Sergei Stepanov/AP

Mit schwerem Gerät gegen ein als zu belastend empfundenes Erbe. In der estnischen Stadt Narva an der Grenze zu Russland wird mit der Vergangenheit aufgeräumt. Genau hier am Standort des sowjetischen T-34-Panzers hatte die Rote Armee einst den Fluss Narva überquert und deutsche Truppen in die Flucht geschlagen.

Jetzt wurde das Denkmal trotz Widerstand in der Bevölkerung entfernt. Der Anteil ethnischer Russen in Narva beträgt 90 Prozent.

Die Stadtverwaltung hatte sich angesichts der mehrheitlich russischstämmigen Bevölkerung zu keiner Entscheidung durchringen können. 

Deshalb erfolgte die Räumug von höchster Stelle durch einen Regierungsbeschluss, erläutert von Ministerpräsidentin Kaja Kallas: "Gemäß unserer Verfassung ist der innere Frieden der zentrale Wert des estnischen Staates, und die Verteidigung des inneren und äußeren Friedens ist eine der wichtigsten Aufgaben des Staates. Wir werden Russland nicht die Möglichkeit geben, die Vergangenheit zu nutzen, um den Frieden in Estland zu stören. Und deshalb müssen diese Denkmäler, die dem Informationskrieg dienen, um des inneren Friedens willen dringend entfernt werden."

Keine Störaktionen in Narva

Der T-34 konnte protestfrei abmontiert und in das 200 Kilometer entfernte Estnische Kriegsmuseum in Vlimsi transportiert werden. Auch eine gute Handvoll anderer Denkmäler aus der Sowjetzeit verschwanden aus Narvas Stadtbild. Staatspräsident Alar Karis unterstützte die Maßnahme der Regierung.

Estland war bis 1991 Teil der Sowjetunion. Rund ein Viertel der Gesamtbevölkerung ist russischstämmig. Umfragen zufolge unterstützen viele von ihnen die russische Kriegsführung.

Weitere Quellen • EEERR