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Nach Explosionen auf der Krim: Bevölkerung spürt den Krieg

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Von Euronews  mit dpa
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Rauch über dem Explosionsort eines Munitionslagers auf der Krim
Rauch über dem Explosionsort eines Munitionslagers auf der Krim   -   Copyright  AP/RU-RTR Russian Television

Russland spricht von Sabotage, die Ukraine dementiert. Wer auch immer für die Explosionen in einem Munitionsdepot auf der von Russland annektierten Krim verantwortlich ist – Moskau sowie die Einwohner*innen in der Region sind beunruhigt.

Bei den Detonationen vom Dienstag handelt es sich offenbar um den zweiten mutmaßlichen ukrainischen Angriff auf die Halbinsel innerhalb von etwas mehr als einer Woche.

Die absolute Mehrheit der Bürger des Terrorstaates versteht, dass die Krim kein Ort für sie ist.
Wolodymyr Selenskyj
Präsident Ukraine

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj mahnte in seiner täglichen Ansprache die Bevölkerung in russisch besetzten Gebieten, solche Orte zu meiden. "Die Warteschlange an der Brücke aufs russische Festland beweist, dass die absolute Mehrheit der Bürger des Terrorstaates bereits versteht oder zumindest das Gefühl hat, dass die Krim kein Ort für sie ist."

Durch die Explosionen mussten sich mehr als 3.000 Menschen in Sicherheit bringen. "Sie schießen, es gibt Explosionen“, erklärt eine Bewohnerin der Stadt Asowskoje. "Wir haben eine Granate in unserem Hinterhof. Uns wurde gesagt, man wolle sie entschärfen. Wir haben alles so gelassen, wie es war, und sind abgehauen."

Viktor Korotayev/Kommersant Publishing House
Menschen helfen bei der Rettung eines Mannes aus einem Gebiet in der Nähe des Explosionsortes in einem Munitionslager der russischen Armee auf der KrimViktor Korotayev/Kommersant Publishing House

Ein Mann, der in Mayskoye lebt, sagt, sie seien rausgekommen und hätten Rauchwolken aus dem Kuhstall kommen sehen, wo militärische Ausrüstung gelagert gewesen sei. "Dort sind wir bis zum Morgen geblieben, alles explodierte – Splitter und Trümmer fielen auf uns. Dann kamen die Rettungskräfte und sagten, sie würden alles evakuieren."

Am Donnerstag kommen UN-Generalsekretär António Guterres, der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan und Selenskyj im westukrainischen Lwiw zusammen. Nach türkischer Ankündigung soll dort auch die "Beendigung des Krieges zwischen der Ukraine und Russland auf diplomatischem Wege erörtert" werden.

Außerdem wolle man über die Angriffe auf das Atomkraftwerk Saporischschja im Südosten der Ukraine zu sprechen. Russland und die Ukraine haben sich gegenseitig für den Beschuss des von russischen Streitkräften kontrollierten Kernkraftwerks verantwortlich gemacht. Die Vereinten Nationan wollen, dass ihre Atominspektoren Zugang erhalten, um eine mögliche nukleare Katastrophe zu verhindern.