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Butscha in Berlin: Ausstellung über Kriegsgräuel in der Ukraine

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Von euronews
Laut Ausstellungsmachern wurden in diesem Auto vier Zivilistinnen getötet, die versuchten aus Butscha zu fliehen.
Laut Ausstellungsmachern wurden in diesem Auto vier Zivilistinnen getötet, die versuchten aus Butscha zu fliehen.   -   Copyright  Associated Press

Ein Auto als Mahnmal für russische Kriegsgewalt in der Ukraine: Die Ausstellung "Testament von Butscha" auf dem Berliner Kurfürstendamm zeigt einen Wagen, mit dem vier Zivilistinnen aus Butscha fliehen wollten, als russische Truppen im März in den Kiewer Vorort einmarschierten. Nach der Befreiung der Stadt wurden jedoch nur noch ihre Leichen in dem Wagen gefunden. Das Auto wurde vom russischen Militär beschossen. 

So hat es sich laut den Machern der Ausstellung zugetragen. Der Wagen sei "ein kleines Stück des Krieges, den wir in der Ukraine haben", so Andriy Radnyuk, einer der Macher der Ausstellung. Wie Co-Initiator Roman Semenyshyn-Braescu dient er seit Beginn des Krieges in der Armee."Es war kein Problem für mich, auf den Autofriedhof in Butscha zu gehen und einfach einen Wagen mitzunehmen, der eine tragische Geschichte hat", berichtete Radnyuk bei der Ausstellungseröffnung am Montag.

Melnyk: Deutschland darf sich nicht wegducken

Der scheidende ukrainische Botschafter in Berlin mahnte, der Krieg dürfe auch ein halbes Jahr nach seinem Beginn nicht in Vergessenheit geraten, denn er betreffe "uns alle". Andrij Melnyk: "Dieses Auto, das hinter mir steht, soll eine Mahnung, ein Vermächtnis sein. Ein Testament, das dieser Krieg in seiner Brutalität nicht nachgelassen hat, ganz im Gegenteil. Wir sind weiterhin mitten im Krieg und dieser Krieg richtet sich nicht nur gegen das Militär, sondern gegen ganz normale Menschen wie wir alle."

Deutschland dürfe sich nicht wegducken, so Melnyk weiter. Der Ukraine müsse mit aller Kraft geholfen werden.

Die Ausstellung auf dem Kurfürstendamm ist noch bis zum 15. September zu sehen.