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Die 3. Frau in der Downing Street: Liz Truss wird neue britische Premierministerin

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Von Euronews  mit AP/DPA
Liz Truss ist die neue britische Premierministerin und folgt auf Boris Johnson.
Liz Truss ist die neue britische Premierministerin und folgt auf Boris Johnson.   -   Copyright  Kirsty Wigglesworth/AP   -  

Sie galt als Favoritin und hatte in Umfragen vorne gelegen: In Großbritannien übernimmt Liz Truss von Boris Johnson den Vorsitz der konservativen Tories. Damit wird die derzeitige Außenministerin Großbritanniens neue Premierministerin.

Etwa 57 % der abgegebenen gültigen Stimmen entfielen auf Liz Truss. Zum Vergleich: Boris Johnson erhielt 2019 66,4 % der Stimmen, David Cameron 67,6 % im Jahr 2005 und Iain Duncan Smith 60,7 % im Jahr 2001.

Die Wahlbeteiligung war mit 82,6 % der Mitglieder recht hoch.

In ihrer Rede nach Bekanntgabe des Wahlergebnisses dankte sie für die Geduld nach einer der "längsten Entscheidungen für einen Parteivorsitz" überhaupt. "Ich hab als Konservative Wahlkampf gemacht und werde als Konservative regieren", so Truss, die Lösungen für die Energiekrise versprach.

"Ich fühle mich geehrt, zur Vorsitzenden der Konservativen Partei gewählt worden zu sein. Ich danke Ihnen, dass Sie mir das Vertrauen schenken, unser großartiges Land zu führen und voranzubringen. Ich werde mutige Maßnahmen ergreifen, um uns alle durch diese schwierigen Zeiten zu bringen, unsere Wirtschaft zu fördern und das Potenzial des Vereinigten Königreichs freizusetzen", schrieb Truss nach der Wahl auf Twitter.

Auch was von ihr als Regierungschefin zu erwarten sei, machte die bisherige Außenministerin in ihrer Dankesrede deutlich. "Ich weiß, dass unsere Überzeugungen beim britischen Volk auf Resonanz stoßen. Wir glauben an die Freiheit, an die Fähigkeit, das eigene Leben zu kontrollieren, an niedrige Steuern und an persönliche Verantwortung.

Und ich weiß, dass das der Grund ist, warum die Menschen 2019 so zahlreich für uns stimmte. Und als ihr Parteivorsitzende habe ich die Absicht, das zu halten, was wir diesen Wählern in unserem ganzen großen Land versprochen haben."

Die designierte britische Premierministerin kündigte zudem schnelle Maßnahmen zur Abfederung der hohen Energiekosten an. Am Dienstag soll Truss von Königin Elizabeth II. auf deren Landsitz im schottischen Schloss Balmoral offiziell mit der Regierungsbildung beauftragt werden.

Damit wird sie die dritte Frau an der britischen Regierungsspitze nach Margaret Thatcher und Theresa May. 

Beobachter sagen, die große Herausforderung für Truss werde darin bestehen, ihre Legitimität als Premierministerin gegenüber einer wegen der Krise verärgerten und verarmten britischen Gesellschaft zu beweisen, die die neue Regierungschefin nicht gewählt hat. 

Sie wird außerdem ihre Führungsqualitäten innerhalb der Konservativen Partei und auch im Unterhaus unter Beweis stellen müssen. Es bleibt abzuwarten, ob sie es bis zu den für 2024 geplanten Parlamentswahlen schafft.