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Kunst und Kultur in Hongkong: Magnet für Künstler und Besucher

Von Chris Burns  & Serge Rombi
Kunst und Kultur in Hongkong: Magnet für Künstler und Besucher
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Von einem gebäudegroßen Wandgemälde über den kunstvollen Eisschrank eines Kaisers bis hin zu einem Zentrum für junge Künstler - Hongkong hat sein kulturelles Angebot erweitert, das die Lebensqualität der Metropole bereichert. Das neue Museum für visuelle Künste M+, das Herzstück des neuen Kulturbezirks West Kowloon, hat seit seiner Eröffnung Ende letzten Jahres mehr als 1 Million Besucher angezogen. Seine hellen Wandmalereien sind ein neues Wahrzeichen für die Skyline von Hongkong. Das neue Hongkong Palace Museum stellt dekorative Werke aus, darunter eine Eistruhe aus dem 18. Und das neue Projekt Oi! in der Oil Street zieht junge Künstler an, die dort neue experimentelle Arbeiten zeigen.

Die Kulturszene verändert das Gesicht der Stadt

Mit einer reichen kulturellen Vergangenheit und Gegenwart sowie neuen Ausstellungsorten ist Hongkong ein Muss für Künstler und Kunstliebhaber: Ein sich ständig wandelndes asiatisches und globales Zentrum. Das Flaggschiff im neuen West Kowloon Cultural District ist das M+, im Museum für visuelle Künste herrscht seit seiner Eröffnung Ende vergangenen Jahres reges Treiben:

"Seit der Eröffnung im November haben wir über eine Million Besucher empfangen", erzählt M+-Direktorin Suhanya Raffel. "Das Museum repräsentiert unseren Ehrgeiz, sei es beim Betrachten des großen LED-Bildschirms, der auf Hongkong Island hinausstrahlt, anhand der Arbeit unserer Mitarbeiter in unseren Kinos, in unserem Lernzentrum oder einfach beim Betrachten der Sammlungen."

Aktuell werden auf dem LED-Bildschirm die Arbeiten von Ellen Pau gezeigt, einer Künstlerin aus Hongkong: The Shape of Light. Alle, die nicht vor Ort in Hongkong sind, können sie online sehen. 

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Die LED-Fassade des M+euronews

Kleinode aus dem Pekinger Palastmuseum

Ein weiterer Ausstellungsort, der kürzlich eröffnet wurde, ist das Palastmuseum von Hongkong, in dem Werke aus dem gleichnamigen Museum in Peking ausgestellt werden. 

"Erstmals gibt es in Hongkong ein Weltklassemuseum für traditionelle chinesische Kunst, das nationalen Kunstschätze als Dauerleihgabe des Palastmuseums ausstellt", so Direktor Louis Ng. Eine der temporären Ausstellungen trägt den Titel "Zeitgenössisches Design und traditionelles Handwerk im Dialog". "Diese Ausstellung zeigt alle Kleinode der Sammlung des Pekinger Palastmuseums, die Handwerkskunst und verschiedene Gegenstände."

Ein Beispiel ist ein Kühlgerät aus dem 18. Jahrhundert während der Qing-Dynastie: "Die Eistruhe ist eine wunderschöne Metallarbeit", schwärmt der Direktor. "Der Kaiser lagerte Eis darin. Man bewahrte Eis in Eiskammern auf, und im Sommer schnitten sie Eis ab und legten es in diese schön verzierte Eistruhe."

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Die Eistruhe des Kaiserseuronews

Zentrum für angehende Künstler

Ebenfalls eine Attraktion ist das neu gestaltete Künstlerviertel Oil Street, das Projekt heißt Oi! "Wir haben einen Ort geschaffen, der zeigt, dass wir ein junger und energiegeladener Ort für junge Künstler und für die Gemeinschaft sind. "Oi" kann man mit "Hallo" übersetzen, eine Begrüßung", sagt Lesley Lau, Leiterin des Büros für Kunstförderung. "Das Oi!-Projekt spielt in diesem Ökosystem die Rolle eines Zentrums für junge Kunstschaffende in Hongkong."

"Kunst und Kultur in Hongkong haben sich in vergangenen Jahren sehr gut und auf vielfältige Weise entwickelt."
Lesley Lau Leiterin des Büros für Kunstförderung.
Leiterin des Büros für Kunstförderung

An dem Projekt sind Gastkuratorinnen wie Cheung Yung beteiligt, die Kontakte zu lokalen Künstlern knüpfen, die in der Oil Street ausstellen.

"Wir haben sechs Künstler eingeladen, damit sie ihre Ideen ausprobieren können", erzählt sie. "Oi! bietet lokalen Künstlern die Möglichkeit, ihre Ideen und Konzepte zu zeigen, ohne die Auflage, Kunstwerke zu verkaufen. Sie können Erfahrungen sammeln."

Das findet auch M+-Direktorin Suhanya Raffel: "Der West Kowloon Cultural District bietet die Besonderheit kultureller Einrichtungen in einem Park. Und dieses Gefühl des Wohlfühlens ist jetzt, wo wir eine Pandemie hinter uns haben, wichtiger denn je. Ein Ort der Ruhe, der Erholung, der Entspannung, des Lernens, des Vergnügens und der Herausforderung."