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Schweden-Wahl: Konservative knapp vor Rot-Grün

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Von Euronews  mit AFP, AP
Stimmabgabe in Schweden
Stimmabgabe in Schweden   -   Copyright  Pontus Lundahl/TT News Agency   -  

Das knappe Rennen um die Mehrheit bei der Parlamentswahl in Schweden ist zugunsten des konservativen Lagers von Moderaten-Chef Ulf Kristersson gekippt.

Die rot grüne Koalition mit der sozialdemokratischen Ministerpräsidentin Magdalena Andersson liegt knapp hinter dem rechten Block. 

Die rechtspopulistischen Schwedendemokraten kamen auf mehr als 20,5 Prozent - damit sind sie auf dem Weg zu einem Rekordergebnis und werden wohl erstmals zweitstärkste politische Kraft im Reichstag in Stockholm.

Nach Auszählung von etwa Zwei Dritteln der Stimmen lagen die Moderaten von Ulf Kristerson zusammen mit den rechtspopulistischen Schwedendemokraten am späten Sonntagabend knapp vor dem Lager der sozialdemokratischen Ministerpräsidentin Magdalena Andersson. Ein vorläufiges Endergebnis war zunächst noch nicht in Sicht. Erste Prognosen hatten zunächst Anderssons Seite knapp vorn gesehen.

Die Moderaten von Ulf Kristersson lagen den Angaben zufolge bei 18,8 Prozent. Das wäre ihr schlechtestes Ergebnis seit 2002.

Unklar blieb zunächst, welches politische Lager am Ende die Mehrheit der Mandate auf seiner Seite haben wird - Anderssons Seite lag mit 49,8 Prozent knapp vor dem konservativ-rechten Block von Kristersson einschließlich der Schwedendemokraten mit 49,2 Prozent.  

Die Sozialdemokratin Magdalena Andersson hatte im November 2021 ihren Parteigenossen Stefan Löfven als Regierungschefin abgelöst. Sie war zuvor und schon seit vielen Jahren Finanzministerin. Seit dieser Zeit hat die 55-Jährige auch ein vertrauensvolles Verhältnis zum deutschen Bundeskanzler Olaf Scholz.

Henrik Montgomery/TT/TT NEWS AGENCY
Olaf Scholz und Magdalena Andersson - Mitte August in StockholmHenrik Montgomery/TT/TT NEWS AGENCY

Der Chef der Schwedendemokraten Jimmie Akesson hatte im Wahlkampf erklärt, dass er schon seit Jahren für einen harten Kurs gegen Immigration eintrete und dass die anderen Parteien inzwischen seine Position übernommen hätten.

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Jimmie Akesson im Wahlkampf in Schweden mit der Europaabgeordneten Jessica StegrudTim Aro/Tim Aro/TT

Der Chef der konservativen Moderaten Ulf Kristersson war im Wahlkampf von dem von ihm selbst proklamierten Kurs abgewichen und hatte sich zu einer Zusammenarbeit mit den rechtspopulistischen Schwedendemokraten bereit erklärt.

Jonas Ekstromer/AP
Ulf Kristersson im Wahlkampf in SchwedenJonas Ekstromer/AP