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Papst als "Pilger des Friedens" in Kasachstan

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Von Galina Polonskaya
Papst bei internationalem Kirchentreffen in Kasachstan
Papst bei internationalem Kirchentreffen in Kasachstan   -   Copyright  Andrew Medichini/ AP   -  

Papst Franziskus hat zum Auftakt des internationalen Weltreligionstreffens in der kasachischen Hauptstadt Nur-Sultan die Rolle der diversen Religionen im Kampf um Frieden unterstrichen und einen Friedensappell für die Ukraine formuliert.

"Schrei der Vielen verstärken, die um Frieden flehen"

"Ich komme, um den Schrei der Vielen zu verstärken, die um Frieden flehen", sagte das Oberhaupt der Katholiken am Dienstag bei seiner Ankunft in Kasachstan. "Ich komme hierher im Verlauf des wahnsinnigen und tragischen Krieges, der durch die Invasion der Ukraine ausgelöst worden ist, und während noch weitere Auseinandersetzungen und drohende Konflikte diese unsere Zeit gefährden."

Die kasachische Regierung organisiert zum siebten Mal den "Kongress der Führer der Welt- und traditionellen Religionen" in Nur-Sultan, dem ehemaligen Astana. Franziskus ist der erste Papst, der an dem internationalen Treffen teilnimmt.

"Es ist erst der zweite Besuch eines Papstes in Kasachstan nach dem Besuch von Papst Johannes Paul 2001. Und natürlich wäre es immer ein sehr wichtiger Besuch gewesen", so der stellvertretende kasachische Außenminister.

"Aber jetzt - vor dem Hintergrund sehr komplexer geopolitischer Turbulenzen in der Welt und Konflikten in unserem Teil der Welt - hoffen wir, dass dieser Besuch die Friedensbotschaft, die wir gemeinsam mit dem Papst und anderen religiösen Führern von Kasachstan aus senden, stärken wird. Wir wollen, dass es ein sehr starker und klarer Aufruf zum Frieden in der Welt ist."

Gott führe immer zum Frieden und nie zum Krieg, sagte der 85 Jahre alte Argentinier. Dies kann als Aufruf an den russisch-orthodoxen Patriachen von Moskau und Putin-Unterstützer, Kirill, verstanden werden, der seit Monaten als Agitator in Wladimir Putins Angriffskrieg gegen die Ukraine auftritt. Kirill reiste nicht zu dem Treffen nach Kasachstan.

Grußwort von russisch-orthodoxen Patriachen von Moskau Kirill

Er ließ dort aber vom Metropoliten Antonij, dem Leiter der Abteilung für Außenbeziehungen der russisch-orthodoxen Kirche, ein Grußwort verlesen. Dort lobte er zwar das Bestreben der Konferenz, gemeinsam Wege zum Frieden zu suchen. Zugleich aber beklagte er, dass "Lebensmittel-, Energie- und Wirtschaftsprobleme von den Versuchen herrühren, eine Welt ohne den Grundpfeiler ethnischer Werte aufzubauen" Er beklagte zudem die Manipulation öffentlicher Meinung, Volksverhetzung und Verfälschung historischer Fakten. Eine konkreten Adressaten nannte er nicht, gemeint sein dürfte aber der Westen.

"Der Papst ist genau deshalb gekommen: um bei einem Treffen der wichtigsten Religionsführer über Frieden, Einheit und Dialog zu sprechen. Dies ist eine Bo tschaft für die ganze Welt: dass wir alle, insbesondere die Religionsführer verschiedener Glaubensrichtungen, dieser Welt eine Chance geben sollen, besser zu werden, und einen Weg finden sollen, damit wir alle in Frieden und Harmonie leben können, sagt Jose Luis Mumbella Sierra, der Vorsitzende der katholischen Bischofskonferenz von Zentralasien. 

Zur öffentlichen Messe des Papstes in Nur-Sultan werden mehrere tausend Menschen, darunter auch Pilger aus dem Ausland, erwartet.

Journalist • Julika Herzog