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Schockwelle nach Leichenfunden in Isjum: "Es ist absolut verdorben und brutal"

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Von Euronews  mit AP/DPA
Bergung von Leichen in einem Wald bei Isjum
Bergung von Leichen in einem Wald bei Isjum   -   Copyright  AP Photo/Evgeniy Maloletka   -  

Die Schockwelle nach dem Fund Hunderter Leichen in der aus russischer Hand befreiten ostukrainischen Stadt Isjum ist groß - und Russland auf der internationalen Bühne ein Stück weiter isoliert da.

Bei der Generaldebatte der UN-Vollversammlung in der kommenden Woche darf der ukrainische Präsident Wolodymir Selenskyj ausnahmsweise per Video sprechen. 101 UN-Mitgliedsstaaten stimmten dafür, nur sieben  - darunter Russland - dagegen. 19 enthielten sich.

Ein weiteres Massengrab mit ermordeten Menschen, darunter Kinder

Die Welt müsse sehen, was die russische Armee hinter sich zurückgelassen habe, so der ukrainische Präsident in einem Appell an die internationale Gemeinschaft. Ein weiteres Massengrab mit ermordeten Menschen. Darunter Kinder und Erwachsene. Zivilisten und Militärangehörige, sie seien gefoltert, erschossen, durch Granatenbeschuss getötet worden.

Ganze Familien seien dort begraben - Mütter, Väter und Töchter. Mehr als 400 Gräber befänden sich in dem Wald bei Isjum. Man wisse noch nicht genau, wie viele Leichen es seien; die Exhumierung habe gerade erst begonnen. Schon jetzt gebe es Beweise für weitere Gräueltaten, die während der russischen Besatzung begangen wurden. Selenskyj forderte eine Bestrafung Moskaus wegen Kriegsverbrechen.

"Es ist absolut verdorben und brutal"

Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell äußerte sich "zutiefst schockiert" über die Gräueltaten und bekräftigt die Unterstützung der Ukraine durch die EU. Auch die USA zeigten sich bestürzt.

Der Kommunikationsdirektor des Nationalen Sicherheitsrates, John Kirby sagte: Es passe leider zu der Art von Verdorbenheit und Brutalität, mit der die russischen Streitkräfte diesen Krieg gegen die Ukraine und das ukrainische Volk führten. "Es ist absolut verdorben und brutal."

Kriegsverbrechen wie in Butscha?

Der Fund von mehr als 440 Gräbern in einem Wald nahe Isjum ruft Erinnerungen an die grausamen Leichenfunde zum Teil mit Folterspuren in der Stadt Butscha zu Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine wach. Butscha gilt seitdem als Symbol für schwerste Kriegsverbrechen im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Laut ukrainischen Behörden hätten auch in Isjum mehrere Tote die Hände auf dem Rücken gefesselt gehabt. Das UN-Menschenrechtsbüro in Genf will Beobachter nach Isjum schicken.

In dem von der russischen Besatzung befreiten Gebiet Charkiw gehen die Ermittlungen zu Kriegsverbrechen weiter. Dutzende Einsatzkräfte sind dort im Einsatz, um die Leichen zu bergen.