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US-Sanktionen gegen Kadyrows Frau und Töchter - keine Shows mehr in Paris?

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Von Euronews  mit AP, Paris Match
Aishat Kadyrow (rechts) bei einer Fashion-Show in Grosny 2017
Aishat Kadyrow (rechts) bei einer Fashion-Show in Grosny 2017   -   Copyright  Musa Sadulayev/Copyright 2017 The Associated Press. All rights reserved.   -  

Die US-Regierung hat den Präsidenten von Tschetschenien sowie dessen Frau und drei seiner Töchter auf die Sanktionsliste wegen des Kriegs in der Ukraine gesetzt. Sie sollen "Ziele der Regierung der Russischen Föderation in der Ukraine sowohl vor als auch während des Einmarsches Russlands in die Ukraine im Jahr 2022 gefördert haben".

Auf der Sanktionsliste des US-Finanzministeriums stehen neben dem bald 46-jährigen Ramsan Kadyrow, die 44-jährige Ehefrau Medni Kadyrowa, die 23-jährige Tochter Ayshat Kadyrowa, die 22-jährige Karina Kadyrowa und die 18-jährige Tabarik Kadyrowa.

"Die USA werden weiterhin energische Maßnahmen ergreifen, um Russland für seine Kriegsverbrechen, Gräueltaten und Aggressionen zur Rechenschaft zu ziehen", sagte Finanzministerin Janet L. Yellen in einer Mitteilung. "Während die Ukraine bei der Verteidigung ihrer Freiheit vorankommt, ergreifen wir heute Maßnahmen, um Russlands Fähigkeit, sein Militär wieder aufzubauen, weiter zu schwächen, Gewalttäter zur Rechenschaft zu ziehen und Putin finanziell weiter zu isolieren."

Ramsan Kadyrow hat verschiedenen Medienberichten zufolge fünf oder sechs Töchter und fünf Söhne.

Die älteste Tochter Aishat (auch: Ayshat) Kadyrowa hat von ihrer Mutter Medni - die als hervorragende tschetschenische Hausfrau und Mutter gilt - das Mode-Label "Firdaws" übernommen. 

Noch Ende Februar 2020 - kurz vor dem Corona-Lockdown in Frankreich - stellte Aishat in Paris ihre neue Kollektion vor. Paris Match berichtet, dass zwar kein französischer Sender, aber CNN im Hotel Le Marois in der luxuriösen Avenue Franklin Roosevelt dabei war, um die offenbar sehr schüchterne Modemacherin zu befragen, die aber kein Englisch spricht. Die Mode von Firdaws entspricht den muslimischen Regeln. Laut der Modeexpertin von Paris Match wurden teure Stoffe verwendet und die Hochzeitskleider könnten auch in Europa getragen werden - von Frauen, die sehr zurückhaltende oder prüde Mode mögen.

Doch nicht nur die US-Sanktionen gegen die Familie Kadyrow dürften die Geschäfte der Familie Kadyrow im Westen unmöglich machen. Auf der französischsprachigen Internet-Seite von "Firdaws" werden zwar noch Hijabs und Abayas angeboten, zu kaufen sind sie aber nicht mehr. 

Der Name der Marke "Firdaws" bedeutet übrigens "Paradies-Garten".

Die Sanktionen des US-Finanzministeriums frieren alle Vermögenswerte ein, die betroffenen Personen unter US-Gerichtsbarkeit haben könnten, und verbieten allen US-Personen oder Unternehmen - einschließlich internationaler Banken mit US-Niederlassungen -, mit ihnen Geschäfte zu machen.

Putin-Unterstützer und gleichzeitig interner Widersacher Ramsan Kadyrow hatte schon kurz nach Russlands Einmarsch in die Ukraine ein härteres Durchgreifen gefordert. Der Politiker der russischen Präsidentenpartei "Geeintes Russland" hatte im Internet verbreitet, dass er nicht nur seine Truppen in die Ukraine geschickt habe, sondern selbst vor Ort gewesen sei.