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Kurz nach Waffenruhe mit Aserbaidschan: Nancy Pelosi in Armenien eingetroffen

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Von Euronews  mit AP/DPA
Nancy Pelos wird vom Präsident der Nationalversammlung Alen Simonjan begrüßt
Nancy Pelos wird vom Präsident der Nationalversammlung Alen Simonjan begrüßt   -   Copyright  Armenian National Assembly via Photolure photo agency via AP

Wenige Tage nach schweren Kämpfen zwischen Armenien und Aserbaidschan ist die Vorsitzende des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, in Eriwan eingetroffen. Dort sind unter Gespräche mit dem armenischen Regierungschef Nikol Paschinjan geplant.

Nach dem Wiederaufflammen der Kämpfe zwischen Aserbaidschan und Armenien war am Mittwochabend eine Waffenruhe vereinbart worden. Bei den Gefechten wurden nach offiziellen Angaben mehr als 100 Armenier getötet.

Armenien ist über die von Moskau dominierte "Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit" (OVKS) mit Russland verbündet. Kritische Stimmen fordern eine Annäherung an den Westen.

Ein Demonstrant in Eriwan: "Wir sind sehr unzufrieden mit der OVKS-Organisation, die Armenien überhaupt nicht helfen kann, die nicht im Interesse ihrer Mitgliedsländer arbeitet und die das Regime des türkischen Präsidenten Erdogan und des armenischen Präsidenten Ilham Alijew unterstützt. Wir brauchen ein solches Bündnis nicht und sollten uns im Interesse des Landes, seiner Souveränität und seiner nationalen Sicherheit sofort aus der Organisation zurückziehen."

Kurz vor ihrer Abreise nach Eriwan hatte Nancy Pelosi angekündigt, dass sie auf die Lage der Menschenrechte und die Achtung der Würde aller Menschen hinweisen wolle. Ihr Armenien-Besuch sei bereits seit Längerem geplant gewesen. Es ist ein weiterer politisch heikler Trip der Top-Demokratin. Anfang August hatte die Nummer drei der USA mit einer Reise nach Taiwan für Spannungen mit China gesorgt.

Aserbaidschan hatte Armenien in der Nacht zum Dienstag angegriffen und das mit einer angeblichen armenischen Provokation begründet. Viele Beobachter gehen davon aus, dass Aserbaidschans autoritäre Führung ausnutzte, dass Armeniens Schutzmacht Russland mit dem Krieg gegen die Ukraine beschäftigt ist. Beobachter warnten vor einer weiteren Eskalation. Die Ex-Sowjetrepubliken bekriegen einander seit Jahrzehnten wegen des Gebiets Berg-Karabach.