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Ukrainische Truppen drängen russischen Gegner im Osten weiter zurück

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Von Julika Herzog  mit dpa, AFP, AP
Osten der Ukraine
Osten der Ukraine   -   Copyright  AFP PHOTO / UKRAINE PRESIDENCY   -  

In der Ostukraine haben offenbar ukrainische Truppen den russischen Gegner weiter zurückgedrängt. Sie sollen ein Dorf im Luhansker Gebiet zurückerobert haben, ein symbolischer Sieg im Seperatistengebiet.

Tote nach Artilleriebeschuss in Donezk

Laut der von Russland unterstützten Separatisten sollen bei einem ukrainischen Raktenangriff in der Industriestadt Donezk 13 Menschen getötet worden seien.

Zwei Granaten schlugen lokalen Medien zufolge an einer Bushaltestelle und in einem Geschäft ein. Die örtlichen Machthaber machen ukrainische Truppen für den Beschuss verantwortlich. Kiew weist derartige Anschuldigungen regelmäßig zurück. Unabhängig bestätigen ließen sich die Angaben nicht.

Selenskyj mit seinen Militärs: Schnelles Handeln notwendig

Nach der Beratung mit seinen Militärs sagte Selenskyj, die ukrainischen Kräfte hätten die Lage in den befreiten Gebieten bei Charkiw im Osten fest im Griff: "In der Region Charkiw stabilisieren wir die Situation und halten unsere Positionen, so dass die Besatzer in Panik geraten. Nun, wir haben sie gewarnt: das russische Militär hat in der Ukraine nur zwei Möglichkeiten: Flucht oder Gefangenschaft. Die Kollaborateure haben ähnliche Möglichkeiten: entweder versuchen sie zu fliehen - und es bleibt abzuwarten, ob Russland sie in sein Hoheitsgebiet lassen wird, selbst wenn es ihnen Pässe gegeben hat - oder sie werden nach der geltenden Gesetzgebung der Ukraine verurteilt."

Zugleich mahnte der Staatschef schnelles Handeln an: Tempo sei wichtig bei der Stabilisierung der befreiten Regionen, bei der Normalisierung des Lebens dort und beim Vorrücken der Truppen. Die Unterstützung aus dem Ausland müsse ebenfalls mit diesem Tempo mithalten, forderte er.

Donezk und Luhansk fordern schnellen Anschluss an Russland

Angesichts des Vormarschs ukrainischer Truppen appellierten sogenannte Bürgerkammern in den Separatistengebieten Luhansk und Donezk an die örtliche Führung, bald eine Volksabstimmung über einen schnellen Beitritt zu Russland abzuhalten.

Lina Wokalova, stellvertretender Leiterin der Bürgerkammer im Gebiet Luhansk: "Die Einwohner des Donbass haben ihre Wahl bereits 2014 bei dem Referendum über die Selbstbestimmung der Volksrepublik Luhansk getroffen. Wir haben all die Jahre gewartet und gehofft, dass das zweite Referendum kommt und unseren Traum, nach Russland zurückzukehren, endlich wahr werden lässt ."

Der ukrainische Verwaltungschef für Luhansk, Serhij Hajdaj, äußerte die Vermutung, dass ein Anschluss der Gebiete Moskau den Anlass für eine allgemeine Mobilmachung liefern soll. Präsidentenberater Mychajlo Podoljak schrieb auf Twitter, mögliche Referenden änderten nichts daran, dass Donezk, Luhansk und die seit Jahren von Russland annektierte Halbinsel Krim nach internationalem Recht zur Ukraine gehörten.

Vorbereitungen auf solche Volksabstimmungen zum Anschluss laufen in den seit 2014 von Russland kontrollierten Separatisten-Republiken seit längerem.

Raketeneinschlag in AKW-Nähe

Bei dem Einschlag einer russischen Rakete in der Nähe eines Atomkraftwerks in der Südukraine wurden nach Angaben des staatlichen Betreibers Energoatom drei Hochspannungsleitungen und eine Anlage des nahen Wasserkraftwerks beschädigt. In dem AKW-Gebäude selbst seien mehr als 100 Fenster durch die Druckwelle zerstört worden.

Das AKW Südukraine liegt knapp 300 Kilometer südlich der Hauptstadt Kiew. Im Betrieb befinden sich drei Reaktoren mit einer Nettoleistung von 2850 Megawatt. Zuvor hatte bereits über mehrere Wochen der Beschuss von Anlagen des russisch besetzten AKW Saporischschja international Angst vor einer Atomkatastrophe ausgelöst.