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Selenskyj fordert vor UN Bestrafung Russlands

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Von Julika Herzog  mit dpa, AFP, AP
UN-Sicherheitsrat in New York
UN-Sicherheitsrat in New York   -   Copyright  Jason DeCrow/AP   -  

Viel Applaus für den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj vor den Vereinten Nationen. In seiner Videobotschaft vor der UN-Vollversammlung in New York forderte Selenskyj von der Welt eine Bestrafung Russlands für den Angriffskrieg gegen sein Land.

Selenskyj: "Nur ein Land will Krieg"

"Die Ukraine will Frieden, Europa will Frieden, die Welt will Frieden. Wir haben alle gesehen, wer das einzige Land unter all den UN-Mitgliedstaaten ist, das Krieg will. Es gibt nur einen, der wenn er meine Rede jetzt unterbrechen könnte jetzt sagen würde, dass er glücklich ist mit diesem Krieg, mit seinem Krieg", so Selenskyj. 

Selenskyj forderte weiter die Schaffung eines Sondertribunals, um Russland zu bestrafen, außerdem eine Isolation in internationalen Organisationen, mit Entzug des Stimmrechts und Vetorechts, und die Blockade alles Beziehungen mit Russland, auch der Handelsbeziehungen.

Gefangenenaustausch: «Unsere Helden sind frei»

Kurz nach Selenskyjs Auftritt vollzogen die Ukraine und Russland in der Nacht auf Donnerstag einen der größten Gefangenenaustausche in dem fast sieben Monate dauernden Krieg.

Im Ausstausch gegen 55 russische Soldaten, die bei der Offensive im Gebiet Charkiw im September gefangen genommen worden waren, wurden 205 gefangene Ukrainer freigelassen, darunter auch die Verteidiger von Mariupol, die verschanzt im Stahlwerk Azovstal bis Mitte Mai Widerstand gegen die russischen Eroberer geleistet hatten, wie der Leiter des ukrainischen Präsidialamtes, Andrij Jermak, mitteilte.

Im Rahmen des Austauschs gaben die von Moskau gesteuerten Separatisten in der Ostukraine auch zehn Ausländer frei, die unter Vermittlung Saudi-Arabiens nach Riad ausgeflogen wurden. Dabei handelte es sich um fünf Briten, zwei US-Amerikaner und je einen Schweden, Kroaten und Marokkaner.

Russland: Teilmobilmachung, Proteste, Verhaftungen und Flucht

Kremlchef Wladimir Putin verteigte unterdessen in einer patriotischen Zeremonie zum Staatsjubiläum den Einmarsch in die Ukraine und die Teilmobilmachung der Streitkräfte:

„Patriot zu sein liegt in unserer Natur, es ist das Wesen des russischen Volkes. Unsere Helden, Soldaten, Offiziere und Freiwillige demonstrieren gerade bei einer besonderen Militäroperation die höchsten menschlichen Qualitäten und kämpfen tapfer, Schulter an Schulter, wie Brüder, um die Menschen im Donbass zu retten, für Frieden für unsere Kinder und Enkel und für ihr Vaterlandes, das immer frei und unabhängig sein wird", so Putin.

Insgesamt 300 000 Reservisten will Russland angesichts schwerer Niederlagen nun in die Ukraine schicken. Aus Protest gingen in Russland Tausende Menschen auf die Straßen, es kam zu Massenverhaftungen, viele junge Männer flüchten aus dem Land.

Die angekündigte Teilmobilmachung und die Drohung Russlands sich mit «allen verfügbaren Mitteln» zu verteidigen, auch Atomwaffen, wurde international verurteilt.