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Anschlag auf Nord-Stream-Pipelines? Wer steckt dahinter?

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Von Euronews
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Deutsche und dänische Behörden untersuchen einen möglichen Anschlag auf die Nord Stream-Gaspipelines 1 und 2. Angesichts des technischen Aufwands käme nur ein staatlicher Akteur infrage, heißt es.

Am Montag wurden zunächst ein unerklärlicher Druckabfall sowie Lecks in den Pipelines von Nord Stream 2 in dänischen und schwedischen Gewässern entdeckt, später dann auch in Nord Stream 1.

Wie zuerst der Tagesspiegel unter Berufung auf Regierungskreise berichtet, handelt es sich wahrscheinlich nicht um einen Zufall, sondern um einen möglichen Sabotageakt. "Unsere Fantasie gibt kein Szenario mehr her, das kein gezielter Anschlag ist", so eine Person, die in die Bewertung durch die Bundesregierung eingeweiht ist, gegenüber der Zeitung.

Keine der beiden Pipelines liefert derzeit Gas aus Russland nach Deutschland. Nord Stream 2 wurde nach Abschluss der Bauarbeiten eingestellt. Und die Lieferungen über Nord Stream 1 hat Russland Anfang dieses Monats eingestellt.

Ukrainische Kräfte oder russische "False-Flag"-Operation?

Sollte es sich um einen Anschlag handeln, würde angesichts des technischen Aufwands eigentlich nur ein staatlicher Akteur infrage kommen, heißt es aus Regierungskreisen. Dabei würden vor allem zwei Möglichkeiten diskutiert. Es könnten ukrainische oder mit der Ukraine verbundene Kräfte dahinter stecken. Oder es könnte es um eine sogenannte "False-Flag"-Operation Russlands handeln, um zusätzliche Verunsicherung zu schüren und möglicherweise den Gaspreis wieder nach oben zu treiben.

Obwohl beide Pipelines derzeit nicht in Betrieb sind, sind sie mit Gas gefüllt. Nach Bekanntwerden des Lecks am Montag gab die dänische Seeschifffahrtsbehörde eine Navigationswarnung heraus und richtete eine fünf Seemeilen breite Verbotszone um die Pipeline ein. Sie wird als potenziell gefährlich für den Schiffsverkehr eingestuft.

Keine Auswirkungen auf die Versorgungssicherheit

Laut des Unternehmens, das die Nord Stream-Pipeline betreibt, sei es unmöglich zu sagen, wann die Pipelines wieder in Betrieb genommen werden können.

Aber weil ohnehin gerade kein Gas druch die Pipelines fließt, hat der Vorfall auch keine Auswirkungen auf die Gasmenge in Deutschland. Laut der Bundesnetzagentur und dem Wirtschaftsministerium ist die Ursache für den Druckabfall noch unklar. 

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