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Tag 215 im Ukraine-Krieg: Annexion, Zwangsrekrutierung? Was plant Russland Präsident Putin jetzt?

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Von Oleksandra Vakulina  & Euronews
Rekrutierung von Ukrainern durch Russland könnte bald beginnen
Rekrutierung von Ukrainern durch Russland könnte bald beginnen   -   Copyright  Kostiantyn Liberov/Copyright 2022 The Associated Press. All rights reserved.

Der Kreml steht vor der schier unlösbaren Aufgabe, die Menschen in Russland zu beruhigen und gleichzeitig mehr Männer in den Kampf zu schicken - das erklärt das Institut for the Study of War (IWS).

Die Behörden der von Russland besetzten Gebiete in der Ukraine haben begonnen, offensichtlich gefälschte Zahlen zur Beteiligung an den Abstimmungen zu veröffentlichen.

In der selbsternannten Republik Donezk sollen 98.05 % der abgebenen Stimmen für das "Referendum" und den Anschluss an Russland sein. 16 % der bisher erfolgten Abstimmungen seien ausgezählt wurden, gaben die pro-russischen Behörden bekannt. Ähnliche Ergebnisse wurden aus den anderen drei Regionen gemeldet.  

Am 30. September spricht Präsident Putin zu beiden Kammern des Parlaments. Laut dem britischen Verteidigungsministerium will er dann die Annexion der besetzten Regionen durch Russland verkünden.

Wenn diese am 1. Oktober in Kraft treten, könnten mit der russischen Herbst-Rekrutierung ukrainische Zivilisten gezwungen werden gegen die Ukraine zu kämpfen.

Auf Twitter veröffentlicht Christdemokrat Manfred Weber eine Karte der Ukraine und schreibt, egal wie viele Schein-Referenden Putin organisiere, Doneek, Luhansk, Saporischschja und Cherson seien ukrainisch. "Wir werden die Resultate niemals anerkennen", sagt Weber im Namen seiner Fraktion im EU-Parlament.

Das britische Verteidigungsministerium erklärt, dass Russlands Regierende offenbar hoffen durch die Annexion den Patriotismus und die Unterstützung für den Konflikt in der Bevölkerung zu stärken. Bisher sind die Bemühungen des Kremls, die Wut eines Teils der Bevölkerung zu beenden, kaum von Erfolg gekrönt. Trotz des harten Vorgehens der Sicherheitskräfte gibt es weiterhin Proteste gegen den Krieg, der in Russland nicht als solcher bezeichnet werden darf.

Der Kreml erwägt möglicherweise eine formelle Schließung der Grenzen oder eine stärkere Einschränkung der Bewegungsfreiheit von Männern im kampffähigen Alter innerhalb des Landes, um die Teilmobilisierung besser umsetzen zu können.