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Jair Bolsonaro - der Mann, dessen zweiter Vorname "Messias" ist

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Von Joao Monteiro
Jair Messias Bolsonaro, basilianischer Präsident
Jair Messias Bolsonaro, basilianischer Präsident   -   Copyright  Marcelo Chello/Copyright 2022 The Associated Press. All rights reserved.   -  

Ordnung, Wirtschaft und Werte – diese Wahlversprechen bringen Jair Bolsonaro ins brasilianische Präsidentenamt. Ein politischer Neuling war Bolsonaro nicht; seit 1990 war der Ex-Offizier, der auch der „Trump Lateinamerikas“ genannt wird, Abgeordneter im brasilianischen Parlament.

2016 stimmt er für die Absetzung von Präsidentin Dilma Roussef – damals hört Brasilien zum ersten Mal den Schlachtruf seiner Präsidentschaftskampagne:

Brasilien über alles - und Gott über allem.
Jair Bolsonaro
Brasilianischer Präsident

Im Wahlkampf wird Bolsonaro niedergestochen, letztlich kommt ihm das Attentat bei den Wahlen zugute. Unterstützt von evangelikalen Kirchen wird der Kandidat mit dem zweiten Vornamen Messias Präsident – und vollzieht einen radikalen Rechtsruck.

Als eine seiner ersten Amtshandlungen unterzeichnet er ein Dekret zur Lockerung des Waffenbesitzes. Aus seinen Vorstellungen über den Einsatz von Schusswaffen zur Selbstverteidigung und Strafverfolgung hat er nie einen Hehl gemacht:

Eine Waffe verteidigt mehr als unser Leben, sie verteidigt unsere Freiheit.
Jair Bolsonaro
Brasilianischer Präsident

Bolsonaros Wirtschaftspolitik ist neoliberal – die Ausbeutung der Natur durch Rohstoff- und Agrarindustrie fördert er – und bezweifelt den Klimawandel.

Es ist ein Trugschluss, der Amazonas wäre Erbe der Menschheit. Und die Wissenschaft bestätigt als Irrtum, dass unsere Amazonaswälder die Lungen der Welt sind.
Jair Bolsonaro
Rede vor den Vereinten Nationen, 2019

Dann kommt die Corona-Pandemie. Bolsonaro überlässt sein Land dem Virus, bis das massenhafte Sterben einsetzt. Der Präsident verharmlost sie als kleine Grippe.

Es wird keine kleine Grippe sein, die mich niederstreckt, nicht nach dem Messer-Attentat.
Jair Bolsonaro
Brasilianischer Präsident

Brasilien wird mit knapp 690.000 Toten zum Land mit den weltweit meisten Todesopfern - nach den USA unter Donald Trump.

In nur vier Jahren hat sich der Name Bolsonaro bereits fest in die Geschichte Brasiliens eingeschrieben. Mit seinen Söhnen sichert der Präsident nicht nur die dynastische Kontinuität in der brasilianischen Politik. Seine Erben werden auch die ideologische Strömung fortschreiben, für die Bolsonaro steht.