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"Kurzfristige Störung": Truss' Pläne schicken britisches Pfund auf Talfahrt

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Von Euronews  mit dpa, AP, AFP
Menschen in London gehen gegen gestiegene Lebenshaltungskosten auf die Straße
Menschen in London gehen gegen gestiegene Lebenshaltungskosten auf die Straße   -   Copyright  David Parry/AP   -  

Hunderte haben im Zentrum Londons gegen steigende Lebenshaltungskosten protestiert. Die Demonstration, die von zahlreichen gemeinnützigen Organisationen und Gewerkschaften unterstützt wurde, richtete sich gegen die Wirtschaftspolitik der regierenden Konservativen.

Rund vier Wochen nach ihrem Amtsantritt gerät die britische Premierministerin zunehmend unter Druck.

Liz Truss hatte zuletzt die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen in der Downing Street empfangen und angekündigt, dass man bei den Bemühungen, Energieunabhängigkeit von Russland zu erreichen, enger zusammenzuarbeiten wolle. Auch der Ukraine sicherten die beiden Regierungschefinnen - nach der völkerrechtswidrigen Annexion ukrainischer Gebiete durch Russland - ihre weitere Unterstützung zu.

Vergangene Woche hatte der von Truss ernannte neue Finanzminister Kwasi Kwarteng Steuererleichterungen angekündigt, die besonders Topverdiener zugute kommen dürften. So wurde etwa der Spitzensteuersatz abgeschafft und die Obergrenze für die Boni der Banker aufgehoben. Da eine Gegenfinanzierung fehlt, ist der Staat gezwungen, enorm hohe Schulden aufzunehmen.

Die Pläne haben für enorme Turbulenzen an britischen Märkten gesorgt, das britische Pfund ging auf Talfahrt, während die Zinsen von langlaufenden britischen Staatsanleihen erheblich anstiegen.

Truss räumte ein, dass die Ankündigung ihres Steuerplans zur Ankurbelung des Wirtschaftswachstums "kurzfristige Störungen" verursacht habe, betonte aber, dass "entscheidende Schritte" ergriffen wurden, um die Finanzen des Landes zu stabilisieren. Zu lange sei die britische Wirtschaft durch hohe Steuern ausgebremst worden, so Truss.