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Georgiens Winzer erleben ein eher verkork(s)tes Jahr

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Von Frank Weinert
Weinbau in Georgien
Weinbau in Georgien   -   Copyright  Seth Wenig/Copyright 2022 The Associated Press. All rights reserved.   -  

Weinernte in Georgien: Das Land hat in den letzten Jahren einen Exportrekord nach dem anderen aufgestellt. 2021 exportierte Georgien mehr als 100 Millionen Flaschen Wein – mehr als die Hälfte davon nach Russland. Dieser Markt bricht weg – jetzt hofft man darauf, den Weinexport nach Europa, Asien und in die USA zu steigern, so Levan Mekhuzla, Vorsitzender der Nationalen Weinagentur Georgiens: „Seit 2013/14 ist der Export von georgischem Wein stetig gewachsen, obwohl es in den letzten Jahren einige Herausforderungen gab – vor allem durch die Covid-Pandemie. 2021 war für uns in Georgien sehr erfolgreich. Im diesem Jahr stehen wir wegen des Krieges in der Ukraine vor Problemen“.

Neben dem Krieg und der Pandemie gibt es eine weitere Herausforderung für die georgischen Winzer: den Klimawandel.

Giorgi Ghvardzelashvili ist seit vielen Jahren im Weinbau tätig. Er sagt: Die Weinberge trocknen in letzter Zeit wegen der großen Hitze massiv aus: „Wir befinden uns jetzt im Mikroklima von Tsinandli. Aber wenn wir uns in andere Gebiete begeben, ist das Problem dasselbe. Alle, die ich kenne und mit denen ich mich unterhalte, sagen das Gleiche. Jeder hat das gleiche Problem: Die Weinberge trocknen aus. Jetzt ist es unmöglich, ohne spezielle Bewässerung weiterzumachen, da sich das Klima so stark verändert hat.“

Die Nicht-Regierungsorganisation „CENN“ befürchtet, dass die globale Erwärmung auch Georgien massiv betreffen wird, glaubt Jimsher Koshadze, „CENN“-Koordinator für Landwirtschaft und Entwicklung: „Es gibt den Begriff der ‚Bodendegradation‘. Unter bestimmten Bedingungen kann der Boden degradiert werden, und der Klimawandel kann diesen Prozess auslösen. Die zunehmende Zahl heißer Tage und Zugluft können zur Zerstörung der Vegetation führen.“

Die globale Erwärmung hat dem georgischen Weinbau noch keine großen Probleme beschert – bislang. Umweltschützer befürchten jedoch, dass – wenn sich nichts ändert – die Probleme in den nächsten Jahren viel gravierender sein werden.