Raketenalarm mitten in der Rushhour: "Plötzlich geht es wieder los"

Access to the comments Kommentare
Von Euronews
Fassungslosigkeit bei vielen Menschen in der Ukraine am Tag nach dem massiven Raktenbeschuss
Fassungslosigkeit bei vielen Menschen in der Ukraine am Tag nach dem massiven Raktenbeschuss   -   Copyright  DIMITAR DILKOFF/AFP or licensors   -  

Kiew, nur wenige Stunden nach den russischen Raketenangriffen. Auf den Straßen sind die Spuren der Einschläge nicht zu übersehen, vielerorts wird bereits aufgeräumt.

Erstmals seit Monaten mussten die Menschen wieder in die Luftschutzbunker. Früh am Morgen ertönten die Sirenen. Viele hatten das Geräusch schon fast vergessen. "Man sieht es in der ganzen Stadt", sagt ein junger Mann. "Sie kamen jede halbe Stunde, sieben, acht oder neun Mal."

Kiew war und bleibt "das Ziel des Aggressors"

Nach Angaben des Kiewer Bürgermeisters Vitali Klitschko schlugen auch Raketen im Regierungsviertel im Herzen der ukrainischen Hauptstadt ein. "Wir sehen, dass Fenster zerbrochen sind, dass die Infrastruktur beschädigt wurde, wir werden das reparieren. Aber wie reparieren wir das Leben der Menschen, die jetzt gestorben sind? Das sind unschuldige Menschen, normale Zivilisten aus unserer Stadt.

All diese Lügen, die sie über eine 'Spezialoperation' verbreiten. Ich kann sagen, dass Kiew das Ziel des Aggressors, das Ziel des Besatzers war und bleibt."

Für Tausende Menschen wurden wieder die Kiewer U-Bahnhöfe zum Zufluchtsort. Euronews sprach mit zwei Studentinnen, die gerade erst aus dem Ausland nach Kiew zurückgekehrt waren. Der Morgen weckte schlimme Erinnerungen wach, sagt die eine der beiden jungen Frauen.

Schlimme Erinnerungen werden wieder wach

"Wir sind sehr besorgt, das erinnert an den Morgen des 24.02. mit den Angriffen in der ganzen Ukraine. Wir sind erst heute Morgen heimgekehrt. Ich hatte vor, weiterzustudieren, jetzt wird es wieder online Unterricht sein. Und ich gehe wieder ins Ausland."

Die andere Studentin sagt, sie sei fassungslos. "Es ist sehr schwer, das alles zu akzeptieren, vor allem, wenn sich nach einiger Zeit alles stabilisiert hat - und dann geht es wieder los. Dann ist man plötzlich wieder gestresst. Man weiß nicht, was man tun soll, wohin man rennen und wo man sich verstecken soll."

Viele Menschen in Kiew und anderen Städten waren am Montagmorgen auf dem Weg zu Arbeit, als die Raketen einschlugen. Das Entsetzen in der Ukraine und weltweit ist groß.