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"Dialog ja - Blockade nein!" Frankreich will Raffinerie-Personal zwangsverpflichten

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Von Euronews  mit AFP
Ellenlange Warteschlangen an französischen Tankstellen - der Frust der Menschen steigt von Tag zu Tag.
Ellenlange Warteschlangen an französischen Tankstellen - der Frust der Menschen steigt von Tag zu Tag.   -   Copyright  Laurent Cipriani/AP   -  

Im Konflikt um blockierte Treibstoff-Raffinerien zieht die französische Regierung die Daumenschrauben an. Ministerpräsidentin Elisabeth Borne kündigte an, man werde das Personal von Esso-ExxonMobil zwangsverpflichten, weil am Montag bei Tarifverhandlungen auf Konzernebene ein Lohnvorschlag von zwei großen Gewerkschaften angenommen worden sei.

Die Streikenden sowohl bei TotalEnergies als auch Esso-ExxonMobil hatten am Montag angekündigt, ihren Protest fortzusetzen. Umweltminister Christophe Béchu erklärte bei einer Fragestunde im Parlament:

"Dialog ja - Diskussion ja - Blockade nein!"

"Die Tatsache, dass in einem dieser beiden Unternehmen die Gewerkschaften eine mehrheitliche Vereinbarung erzielt haben und sich dennoch nichts geändert hat und dass in dem anderen der Streik weiterhin eine Form des Drucks auf den sozialen Dialog darstellt, diese Situation ist für Millionen von Franzosen nicht akzeptabel.

Unter diesen Bedingungen hat Ministerpräsidentin den Präfekten gebeten, das Verfahren einzuleiten, das es ermöglicht, Personal, das weiterhin Treibstoffdepots blockiert, zwangszuverpflichten. Dialog ja - Diskussion ja - Blockade nein!"

Seit drei Wochen dauert der Konflikt, der die französische Regierung zunehmend unter Druck setzt. Die Gewerkschaften fordern eine 10-prozentige Lohnerhöhung mit der Begründung, die Ölkonzerne hätten in diesem Jahr wegen der Energiekrise einen enormen Gewinnsprung verzeichnet. Derweil bleibt die Lage an den französischen Zapfsäulen kritisch. Bei fast einem Drittel der Tankstellen fehlt mindestens ein Kraftstoff.